Wenn man nach Hause kommt.

Vergangene Woche öffnete ich nach langer Zeit wieder meinen Blog um wieder zu schreiben. Als ich mein Passwort eingegeben hatte, war es gar so, als schloss ich die Tür zu meinem Haus auf, in dem ich lange nicht war.

Ich drehte den Schlüssel langsam um, öffnete die Tür und trat in den Flur. Auf dem Fußboden nah beim Eingang lagen Briefe auf dem Boden, die wohl der Postbote durch den Schlitz in der Türe schob. Nun lagen sie mir zu Füssen. Ich hob sie auf und legte sie auf die Kommode an der Wand. Ich blickte mich um und fühlte mich sofort wieder zuhause. Alles war an seinem Platz.

800 Beiträge, die ich in den letzten Jahren geschrieben hatte, standen wie Möbelstücke unverrückt an ihrem Platz. Auf dem Wohnzimmertisch lag das große Fotoalbum mit all den vielen Bildern, die ich mit meinen Kameras geschossen hatte.

Zugegeben – auf vielen Stücken liegt dick der Staub. Es gibt viele Möbelstücke an denen sich so viele Besucher erfreuten. An anderen stoßen sie sich ihr Knie an. Oft wurden die Beiträge von mir in einem wutartigen Anfall von Kreativität geschrieben. Meist auch nachts um 3 Uhr oder so. Der Herzinfarkt, das Wissen welches ich dadurch erlernte ballte sich oft zu einer reinen Schreibschlacht. Immer mit dem Ziel vor Augen, meinen Lesern gegenüber ehrlich zu sein und sie wissen zu lassen was mich bewegt und welche Erkenntnisse ich für mich zog.

Viele Menschen haben sich davon inspirieren lassen. Menschen, denen es ähnlich ging – Menschen mit Herzinfarkt. Die tiefe Ratlosigkeit, die einen danach ergreift – ich konnte hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen und vielen somit zumindest ein wenig helfen. Sie sind dann auch nicht irgendjemand gefolgt, sondern dem was ich für mich herausgefunden habe: man muss seinem Herzen folgen – sich selbst.

Die nächste Zeit, werde ich mir mein Haus genauer ansehen. Vielleicht trenne ich mich auch von dem ein oder anderen Möbelstück. Manche Teile sind ja recht schön oder lustig anzusehen. Andere wiederum einfach veraltet. Mal sehen. Einen Ort in diesem speziellen Haus habe ich noch nicht besichtigt… den Keller. Dort, das weiß ich, liegt viel Schmerz und Dunkelheit.

Euch wünsche ich einen schönen Restsonntag und morgen einen guten Wochenbeginn!

Euer Oliver 2.0

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