Nächste Woche, am 28. Juli ist mein Herzinfarkt-Day wie ich ihn nenne. Vor 15 Jahren wurde mein Leben in zwei Hälften geteilt: vor dem Herzinfarkt und danach.
Heute, eine Woche vor diesem Jahrestag, wandern meine Gedanken bereits zurück. Zurück zu den Tagen im Juli 2011, in denen sich etwas entwickelte, ohne dass ich wirklich verstand, was mit mir geschah.
Weiterlesen: 7 Tage vor meinem Herzinfarkt. Ich verstand die Warnzeichen nicht.Natürlich war der Herzinfarkt, der alles entschied für mich am 28. Juli 2011. Was ich damals nicht wusste: Mein Herz war zu diesem Zeitpunkt bereits schwer geschädigt. Offenbar hatte ich bereits einen sogenannten stillen Herzinfarkt erlitten – möglicherweise Tage oder sogar Wochen zuvor.
Ich wusste es nicht.
Mein Körper jedoch sendete längst Signale. Da war diese chronische Erschöpfung, aber auch noch etwas anderes. Etwas, das ich mir bis heute nicht vollständig erklären kann.
Am besten zitiere ich dazu aus meinem Buch NEUSTART. Ein Herzinfarkt kann das Ende sein – oder der Anfang:
„Ich habe plötzlich das unglaubliche Bedürfnis mein Büro im Keller aufzuräumen. Wie im Rausch sortiere ich Rechnungen und Auftragsbestätigungen, Versicherungspapiere und Kontoauszüge.“
„Ich sortiere, schreddere und loche, was das Zeug hält. Der Vormittag reicht nicht – ich mache nachmittags weiter und gleich am Montag setze ich meine übereifrige Aufräumaktion fort.“
„Am Donnerstag in der Früh, es ist der 28. Juli, bin ich so weit. Mein Schreibtisch ist leer, meine privaten wie auch meine geschäftlichen Unterlagen sind sortiert und To-Do-Listen an meine Kollegen in der Firma weitergeleitet. Ich bin bereit, für was auch immer. Der Tag kann beginnen. Ein tolles Gefühl!“
Ich wusste nicht warum, ich plötzlich den Drang hatte, alles in Ordnung zu bringen. Aber ich hatte dieses Gefühl, dass etwas im Anrollen ist. Gar so, wie eine Gewitterfront, die langsam den Himmel verdunkelt.
Und jetzt kommt das Erstaunliche: Später erzählten mir viele andere Herzpatienten von einer ganz ähnlichen Wahrnehmung.
Viele beschreiben es so: „Ich hatte, das Gefühl, dass etwas mit mir passieren wird.“
Ist das nur die nachträgliche Deutung eines dramatischen Erlebnisses? Oder nehmen wir die Warnsignale unseres Körpers manchmal längst wahr, bevor unser Verstand sie einordnen kann?
Ich weiß es nicht.
Aber ich weiß noch genau, wie es sich angefühlt hat.
Euer Oliver 2.0














