Nach dem Herzinfarkt ein bisschen ändern? Ein bisschen mehr bewegen? Etwas gesünder essen? Es reicht nicht.
Wer einen Herzinfarkt überlebt, landet danach meist in der Reha. Dort lernt man dann unter anderem, welche Veränderungen wichtig sind. Man bekommt Vorträge über Ernährung, lernt was gesunde Bewegung bedeutet und überhaupt erfährt man viel zum Thema Herzinfarkt.
Für viele ein Pflichtprogramm welches halt absolviert wird. Nach der Reha geht es wie gewohnt weiter. Sie werden aber auch vermutlich bald wiederkommen… mit viel Glück.
Aber es gibt noch die anderen Menschen, die sich nach diesem Schock-Erlebnis fest vornehmen etwas zu ändern. Zunächst gelingt es Ihnen auch. Es wird ein bischen die Ernährung umgestellt und es wird sich etwas mehr bewegt. Der Wohlfühlmodus – man tut ja was – er ist klasse.
Sicher – es ist der richtige Weg erstmal leicht anzufangen. Veränderungen sind schwer und man tut sich zu Beginn leichter, wählt man kleine Schritte. Topp! Aber… zu leicht bleibt man in diesen Anfängen stecken und vergisst, dass diese kleinen Schritte nur für den Anfang gedacht waren.
Aber, so zumindest meine Erfahrung, …es reicht nicht. Der Körper altert weiter und das was anfänglich vielleicht gut war, ist schlicht nicht mehr ausreichend. Man muss mehr tun um genügend zu tun. Mehr Bewegung, gezielt besser essen, genügend Schlaf und Ruhephasen.
Heute, 15 Jahre nach meinem Herzinfarkt weiß ich: Bleib nicht stehen! Mach weiter, arbeite an Dir.
Aber was soll man mehr tun, was noch ändern? Du selbst weißt es doch! Solltest Du nach Deinem Herzinfarkt achtsamer gelebt haben, kannst Du auch wieder Deine innere Stimme hören. Sie sagt Dir was zu tun ist. Hör auf diese (und auf die Deines Arztes). Vergiss die ganzen Influencertipps. Sie kennen Dich nicht.
Nach dem Herzinfarkt bedarf es einer langen Kennenlernphase mit dem eigenen Körper. Nach diesem Honeymoon aber, beginnt die Arbeit, um dieses Wunder der Natur, was da in unserem Brustkorb schlägt, am Laufen zu halten. Und diese Arbeit – so mein Versprechen – macht Spaß. Denn ein besseres Körpergefühl und Vertrauen in das eigene Tun sind das Ergebnis. Ein Herzinfarktpatient muss eben noch mehr für sich tun.
Damit man sich nicht bei neuen Herzproblemen irgendwann wundert und denkt: „Ich hab doch vieles anders gemacht.“
Vielleicht war es dann einfach nicht genug.
Euer Oliver 2.0