Krankenversicherung für Hunde. Ein Draufzahlgeschäft?

Nun, heute gibt es mal kein Foto oder eine lustige Geschichte. Es gibt wieder ein Ärgernis der Woche – ein handfestes. Wer keinen Hund sein Eigen nennt, kann eigentlich gleich wegklicken. Allen anderen empfehle ich, weiter zu lesen…

Wer einen Hund besitzt, weiß dass hier und da mal Arztbesuche anstehen und diese oft auch gleich bar zu zahlen sind. Gut, wer früh eine Krankenversicherung abgeschlossen hat. Wirklich gut? 

In jungen Jahren hat der Hund immer wieder mal kleine Wehwehchen… und er muss geimpft werden. Das alles kann man durch eine Krankenversicherung abdecken. Die kosten meist um die 50.- Euro im Monat oder ab 350.- Euro aufwärts im Jahr. Viel Geld, aber ein gutes Gefühl abgesichert zu sein. Vor allem wird der Hund mal alt. Da werden die Probleme aber andere… eben wie beim Menschen. Da kommt dann die ein oder andere Operation, Tabletten, Behandlungen usw.

Die Versicherungen wissen das natürlich. Deshalb gibt es in den Verträgen eine Klausel. Viele von Euch werden diese nicht kennen und werden jetzt erstaunt sein: Man hat als Versicherungsnehmer im Schadensfall das Recht, die Versicherung zu kündigen. Soweit logisch oder? Aber… die Versicherung hat das gleiche Recht. Und davon wird auch Gebrauch gemacht, wie in einem mir vorliegenden Fall.

Hund (Bully) ist 6 Jahre alt, besitzt seit 6 Jahren eine Krankenversicherung, welche natürlich ab und zu benötigt wurde – im kleinen Stil. Dann folgt nach 6 Jahren eine kleinere OP – Kostenpunkt um die 180.- Euro. Versicherung zahlt anstandslos…klasse. Aber… kurz darauf erfolgt ein Schreiben der Versicherung in welchem sie die Versicherung kündigen. So einfach geht das. 6 Jahre die Beiträge einkassieren und dann den Versicherungsnehmer rauswerfen. 

Natürlich hat man die Möglichkeit, fortan einen viel höheren Betrag zu zahlen, damit man drin bleibt. Aber mal ganz ehrlich… in zwei Jahren folgt dann vermutlich die nächste Kündigung.

Für mich sieht das ganze nach Methode aus und ist schlichtweg eine Sauerei. Mich würde es interessieren, ob es unter den Lesern ähnliche Erfahrungen in diese Richtung gibt?

Sollte dies wirklich gängige Praxis sein (wahrscheinlich auch je nach Hunderasse), macht eine solche Versicherung überhaupt keinen Sinn, da man hauptsächlich in den „gesunden“ Jahren zahlt, um dann im Alter nicht versichert zu sein.

Bei einem 6-jährigen Hund und ca. 50.- Euro monatlicher Zahlung beläuft sich die eingezahlte Summe auf 3.600.- Euro! Das ist sehr viel Geld ohne Leistung dafür zu erhalten.

Würde man zehn Jahre das Geld beiseite legen, hätte man eine Summe von 6.000.- Euro angespart. Unberücksichtigt Zinsen und kleinerer Arztrechnungen in jungen Jahren, hätte man ein ordentliches Finanzpolster für Krankheiten im Alter.

Ich werde nun auch meine Tierversicherung sehr genau prüfen, mit denen sprechen, und dann entsprechend handeln.

 

Euer Oliver 2.0

 

 

 

Aufreger

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

10 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Meine Güte ist das ärgerlich. Und schon fast unglaublich, wenn Versicherung so einfach kündigen darf. Fast ein Grund mehr, den Hund nicht krankenversichern zu lassen und auf gut Glück zu hoffen, dass keine größeren Krankheiten geschehen. Dann doch lieber 35 oder 50 Euro im Monat beiseite zu legen und unter das Kopfkissen zu stecken. Bin gespannt was die Recherche ergibt.

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  2. Keine Ahnung, wie viele tausend Euro ich schon im Laufe der Jahre bei meinem Tierarzt und in der Tierklinik gelassen habe für meine Hunde. Impfungen sind kein Ding. Die gehören halt dazu. Leider aber hat man dann doch immer wieder andere Dinge von Verletzungen über Parasiten und Infektionen bis zu altersbedingten Krankheiten wie Insuffizienz der linken Herzklappe. Wenn man Pech hat, stimmen dann auch mal die Leberwerte nicht, die Schilddrüsenwerte sind nicht o.k., die Bauchspeicheldrüse versagt, die Nieren sind entzündet und so weiter und so fort. Jeder Hundehalter macht diese Erfahrungen in kleinerem oder größerem Umfang. Die Überlegung, eine Krankenversicherung für meine Hunde abzuschließen, stellte ich auch immer mal wieder an. Allerdings war es dann immer schon zu spät, da der entsprechende Hund zu alt war und nicht mehr aufgenommen wurde.
    Als dann 2012 meine beiden Kleinen kamen, habe ich auch mal wieder überlegt, es dann aber doch gelassen, eben weil man immer wieder solche Dinge hört, wie du sie beschreibst.
    Meine Hundehaftpflicht habe ich bei der Uelzener und die bieten auch eine Krankenversicherung für Hunde. Die nennt sich dann „Hunde-OP-Schutz“. Auf der Webseite wird alles gut beschrieben. Doch trotzdem gefällt mir die Sache nicht, denn Kosten entstehen ja nicht nur im Zusammenhang mit einer OP. Wie viele Krankheiten, wie etwa eine Nierenentzündung mit kurzfristigem Nierenversagen, werden ohne OP behandelt. Die Untersuchung zur Feststellung, was dem Hund denn nun eigentlich fehlt, kann aber auch schon richtig ins Geld gehen. Blutbild, Ultraschall, Röntgenbild, noch mal ein Blutbild zur Kontrolle, Medikamente – da kommen schnell ein paar hundert Euro zusammen. Die werden dann von dieser Krankenversicherung, die sich nicht umsonst „Hunde-OP-Schutz“ nennt, nicht abgedeckt. Toll! Und wofür zahlt man dann der Versicherung eine Menge Geld? Aus Erfahrung kann ich sagen, dass in meinem Hundealltag die meisten Kosten im Zusammenhang mit der Gesundheit meiner Hunde NICHT durch OPs entstanden.
    Von daher ist, glaube ich, eine Lösung wie du sie nennst – man spart das Geld selbst an, besser. Und wenn der Hund einer von denen mit unverwüstlicher Natur ist, bleibt am Ende sogar noch etwas über.
    Danke dir auf jeden Fall für diesen aufschlussreichen Beitrag, der mich noch einmal zum Nachdenken über die Thematik angeregt hat.

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    • Guten Morgen! Ich danke Dir für Deinen ausführlichen Kommentar. In der Tat sind es wohl die „Nebenkosten“ die ganz schön ins Geld gehen können. Als Spike klein war, brach er sich ein Bein, also das gesamte Gelenk. Die OP lag unter 1.000.- Euro, der Rest drehte das Ganze auf über 2.000.- Euro hoch. Und das 4 Monate nach dem Kauf des Kleinen. Da hat sich sogar der Kaufpreis relativiert.

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  3. Ich habe damals meine Hunde versichern wollen, das ist jetzt 8 Jahre her, und ausführlich recherchiert, bei einigen Tierärzten hier im Kreis, bei zwei Tierkliniken, bei anderen Hundebesitzern, habe rumtelefoniert, gesurft… Ergebnis: ALLE Tierversicherungen schmeißen nach einem größeren Schadensfall raus. Alle. Das ist jetzt bestimmt nicht repräsentativ, aber ich habe viele Hundehalter gefragt, und die, die eine Versicherung hatten und einen größeren Schadensfall, sind rausgeflogen. ALLE. Und die Tierärtze, sowohl Klinik als auch eigene Praxis, die ich fragte, die sagten, dürfen sie ja eigentlich nicht… aber… lassen sie es sein. Bringt nix.

    Daraufhin habe ich es gelassen. Und bin froh drum. Weil ich immer wieder Hundehalter treffe, die fleißig bezahlt haben und dann rausgeflogen sind.

    Für mich ist das zwar rein rechtlich kein Betrug, aber es ist das wissentliche Ausnutzen von Leichtgläubigkeit. Doch sowas machen Versicherungen ja gerne. Und: mein Vater wohnt auf einem Dorf im Wendland, wo jeder jeden kennt und man nicht so leicht geneppt werden kann, weil dann der Nachbarschaftsfrieden schief hängt, dort wohnt auch ein Versicherungsagent, der hat es ihm direkt gesagt, vergiss den Mist, die schmeißen dich nach dem ersten größeren Schadensfall eh raus.

    Scheint also ein offenes Geheimnis zu sein, wie man so schön sagt.

    Liebe Grüße aus dem Neanderthal!

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      • Hm…ich musste die kV noch nicht in Anspruch nehmen – zum Glück. Nach Rücksprache mit dem züchtet bin ich bei der Uelzener Versicherung gelandet…die ist wenigstens nicht sooo teuer.
        Ich habe für uns die Erfahrung gemacht,dass barfen den Hund von etwaigen Krankheiten abhält (obgleich mein Hund mit Allergien zu kämpfen hatte usw)…Brüche verhindern kann dies allerdings auch nicht 😁

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