1964.

Im laufenden Jahr gibt es so viele 50er Geburtstagsfeiern wie noch nie zuvor in Deutschland. Mehr als 1,3 Millionen Babys erblickten nämlich vor 50 Jahren das Licht der Welt. Und heuer feiern sie ihren 50-igsten Geburtstag. Nicht mehr alle, aber immer noch viele.

Auch ich darf ihn bald feiern. Gehöre ich doch ebenfalls zum stärksten Jahrgang in Deutschland. Ich war immer zu viel irgendwie. Dabei hatte ich noch Glück. Bereits im Alter von 5 Jahren wurde ich eingeschult. Und so schwamm ich quasi vor der ganz großen Bugwelle daher… bei der Ausbildungsplatzsuche und bei der Arbeitssuche. Einen Nachteil hatte das Ganze: Ich war immer der Jüngste. Immer ein oder zwei Jahre jünger zu sein, ist nicht leicht. Und ich war lange immer der jüngste – wenn auch gefühlt. Das sollte sich mit meinem Herzinfarkt ändern. Da hörte ich letztmalig: „Sie sind doch viel zu jung!“ Nein, bin ich nicht. Ich werde 50. Eben genau wie all die anderen.

Ich werde nie mehr der jüngere sein. Ich gehöre zu meinen 1,3 Millionen Geburtsbrüder und -schwestern dazu. Ich bin einer von Ihnen… einer von vielen. Und das ist gut so.

Und nein, ich werde keine Lobeshymnen auf die gute alte Zeit singen. Sie war alt, aber nicht unbedingt immer gut. Auf Selfies von früher sieht man meist aus, als säße man just auf nem elektrischen Stuhl und betrachtet sich das noch durch ne quietschbunte Hippiebrille. Bloß nicht lächeln. Auf ZDF-Neo oder so ähnlich läuft derzeit immer die Wiederholung von DISCO mit Ilja Richter. Meine Güte. Wir waren alle auf Drogen. Das Zeugs wurde glaub tonnenweise ins Trinkwasser beigemischt. Nein, ich lebe nicht mehr gestern, ich lebe jetzt.

Bald habe ich Bergfest, bevor das nächste halbe Jahrhundert anbricht und ich weitere 50 Jahre vor mir habe.

2064 schreibe ich dann hier: „Ich war immer einer von vielen…“. Nehmt mich beim Wort!

Hemd auf!

Oliver 2.0

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

44 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Hm, ich dachte immer, die 63er wären der stärkste Jahrgang gewesen und danach wurden die Geburtenzahlen geringer. War wohl doch nicht so. Immerhin bin ich als Novemberkind aber dicht dran an den 64ern.
    Disco und noch schlimmer Hitparade (Vadder Abraham und die Schlümpfe – als es tiefer nicht mehr ging!). Wenn ich den alten Schrott so sehe, da frage ich mich ebenfalls, wie mir das damals gefallen konnte. Aber so waren halt die Zeiten, schätze ich. Ist aber schön zu lesen, dass auch anderen die Selbstzweifel kommen in dieser Sache …
    Nachdem ich das erste Mal überlebt hatte, überlegte ich, ob ich nicht einfach meine Geburtstage als 48 +1 und so weiter zählen sollte. Dann würde ich die 50 noch mal um einige Jahrzehnte aufschieben können. Letztlich war es mir dann aber doch irgendwie zu blöd und so bleibe ich eben young at heart egal wie alt meine Hardware ist.

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    • 1963, -64, -65… es waren alles „fruchtbare“ Jahre. Mit der Abschaffung des Sendeschluss beim Fernseh sowie der Zunahme der Fernsehsender, nahm dann die Geburtenrate ab.
      Young at heart… genau das ist es, was man sich beherzigen sollte.
      Viele Grüße,
      Oliver 2.0

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  2. Es mag ja sein, dass 1964 ein tolles Jahr war … aber ich sag Dir: 1973 erst. 🙂
    So hat jedes Jahr seine kleinen Sternchen. 😀 Wenn die 50 so harmlos ist wie die 40 … dann brauchste keine Angst zu haben. Es tut bestimmt nicht weh. Auf das Geschenk vom Franzosen bin ich gespannt. 😀 Er heckt doch sicher was aus!!! lg

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  3. Moin, ich habe meinen Fuffzichsten ziemlich gefeiert, Faschingsparty…und komme grade gestern nachts vom 50. Geb. meiner ältesten Freundin aus Bayern zurück…46 Jahre kennen wir uns. Hammer, oder? DA geht das Hemd auf, sag ich Dir 😉 Ich fand den 33. schlimm, weil mein Kinderwunsch so groß war und keines in Sicht. Aber mit 50, viel erreicht, noch viel vor. nicht mehr campen müssen, aber noch können 😉 Feiere deinen Geburtstag wie dein 2. Leben, er ist es wert! LG K aus HH

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      • Ja, so wird man auch alt. 😉
        Aber bei vier eigenen Kindern war es abzusehen, dass da eine Menge Enkel kommen werden.
        Ein Enkelkind wird ja schon bald 3 und ich genieße die Momente sehr, die wir miteinander verbringen: so viel bedingungslose Liebe, kindliche Freude an Kleinigkeiten und ein herzerfrischendes Lachen, das mich mitreißt.
        3fach-Oma klingt zwar vielleicht nach „alt“, aber man bleibt im Herzen ganz jung … und der Körper versucht auch, mit der Quirligkeit mithalten zu können. 😉
        Liebe Grüße
        Patentsocke

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