Der Franzose und ich. Mein eigenes Fotostudio.

 

 

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Bevor ich mit dem eigentlichen Text fortfahre, möchte ich eine Ankündigung für diejenigen machen, die meinen Blog eigentlich wegen des Thema Herzinfarkt besuchen. Zugegeben, in letzter Zeit drifte ich ganz schön vom Thema ab… oberflächlich. Ganz tief drin, hängt dies alles mit meinem Ereignis im Juli 2011 zusammen. Oder was meint Ihr warum ich sonst mit einer Französischen Bulldogge Diskussionen führe?

Nun, nächste Woche habe ich meine Jahreshauptuntersuchung am Herz. TÜV quasi. Das Ergebnis ist noch offen, aber ich darf dort fotografieren. Ich werde Bilder von Stents mitbringen. Manchen wird ja bei einem Herzinfarkt mit Stents geholfen. Was das ist und wie die aussehen, erfahren  meine Leser nächste Woche hier.

So, aber nun weiter mit dem eigentlichen Text und meinem eigenen Fotostudio:…Seit langem wünsche ich mir schon ein eigenes Fotostudio, also so seit 8 Wochen. Vergangenes Wochenende habe ich nun meinen Wunsch in die Tat umgesetzt. Einen externen Blitz hatte ich schon, eine Spiegelreflex mit eingebautem Blitz ebenfalls. Da sollte doch was zu machen sein… Ich habe ein bisschen im Internet recherchiert und meine Betriebsanleitung durchgeforstet, und dann ging es los. Zuerst überlegte ich mir lange, „was will ich eigentlich fotografieren?“ Mein Blick fiel auf den Franzosen, der sich sofort wegdrehte, wohlwissend, dass er wieder für irgendwas herhalten muss.

„Bitte…“ flehte ich ihn an.

„Was?“ gab der mir harsch zur Antwort.

„Du musst mein Fotomodell sein.“

„Du hast doch einen an der Klatsche. Du kannst doch gar nicht fotografieren.“

„Doch, mit meinem eigenen Fotostudio geht das viel besser.“

„Fotostudio? Wo soll das sein?“

„Na hier!“

„Hier? In unserer Blockhütte, wo selbst Willi, der Weberknecht ausgezogen ist, weil es ihm zu eng hier ist?“

„Bitte…“

„Du kannst mich. Ich leg mich jetzt hin und schlaf ne Runde!“ Diskussion beendet. Ein Modell hatte ich also.

Hm, Hintergrund… tolle Fotos benötigen einen tollen Hintergrund. Ich mag Schwarz. Man kann diesen Theaterstoff nehmen, hatte ich aber nicht zur Hand. Wieder streifte ich durch die Blockhütte, auf der Suche nach einem Hintergrund. Bettlaken? Ne…. Vorhang? Auch nicht. Ah, meine Gymnastikmatte. Die ist schwarz wie die Nacht und auf der Rückseite auch noch gerillt. Die müsste doch einiges an Licht schlucken.

Zum weiteren Equipment zählte ich ein Kamerastativ, welches für den Müll bestimmt war. Nachdem meine Kamera aber fast zu Boden fiel, wußte ich, warum das Dreibeinstativ für den Sperrmüll gedacht war.

Nun, ich habe einen rechten Arm für die Kamera und einen linken Arm für den freien Blitz. Los ging’s. Es war eine lustige Fotosession. Der Franzose schlief felsenfest während es um ihn herum nur so blitzte und krachte (ich fiel einmal gegen meinen Schreibtisch). Ich fotografierte und blitzte was das Zeugs hielt. Ich war wie entfesselt (das ist ein Insider – grins). Die Fotosession endete dann auch mit beidseitigen Krämpfen in den Armen und einem wunden geschwollenen Knie. Allerdings wurde das ganze durch ein paar schöne Fotos entschädigt. Zumindest aus meiner Sicht als Fotolaie. Eines aus dieser „Studio“-Reihe zeige ich Euch hier in meinem Artikel.

Wobei ich mit dem Fotolaie ein bisschen untertreibe. Ich bin ja gelernter Reproduktionsfotograf. Den Beruf gibt es heute nicht mehr. Das erledigt man heute alles mit Computer und Lightroom oder ähnlichem. Ich habe damals noch mit Hand entwickelt, Filme getrocknet und Fotos retuschiert. Die Fotoretusche war mein Steckenpferd. Und so wurde ich bei der Zeitung immer für alle kniffligen Aufgaben eingesetzt. Egal ob ich im bayerischen Wald eine Pershing-Station hineinretuschieren musste, oder beim 100-jährigen Bestehen des Kanuvereins auf einem Gruppenfoto bei einem Mitglied die, aus der Badehose hängenden Klöten, wegretuschieren musste… es hat mir immer Spaß gemacht.

Mein erster Retuscheauftrag, ich war noch sehr jung, war skurill. Mir wurde ein großes schwarz/weiß-Foto von einer tanzenden Karnevalsgarde vorgelegt. „Was soll ich da machen?“ fragte ich den Chef. „Schau halt genau hin!“ gab der mir zu Verstehen. Ich sah genauer hin, dort wo die Mädels ihre Beine beim Tanz heben. Meine Güte… ich erschrak. Seitdem war ich der Meister im Schamhaar-wegretuschieren.

Wie auch immer,

Euer Oliver 2.0

 

Der Franzose und ich. Foto

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

22 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich könnt mich wegwerfen vor lachen wenn du schreibst …. Wirklich seeeehr gut 🌞😉🌻 süßes Foto vom kleinen Franzosen 😄👍scheinbar wollte dich der liebe Gott hier haben … und nicht dort wo du hingelaufen warst 😉… und vielleicht schweifst du gar nicht ab , sondern bist einfach da wo du hingehörst … 🌻lieben Grüße Conny

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  2. Wenn man es genau nimmt, dann ist ein überstandener Herzinfarkt ein Wegweiser in Richtung Leben! Ausleben. Erleben. Überleben. Weiterleben. Und wildes Leben. 😉 Und nichts anderes passiert doch hier. Und das gefällt mir ungemein. 🙂

    Irgendwann breiten sich die Erlebnisse von dem Ursprungsthema wellengleich aus. Und das ist gut so. lg

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  3. Hi Oliver
    Liest sich wie meine (gescheiterten) Anfänge, hatte die ähnliche Ausrüstung, Krämpfe, winde Knie usw. Einen Hund der soch mit dem Zitat von Götz von Berlichingen in den letzten Winkel zurück zog, leider hatte ich aber nicht mal ein brauchbares Foto zustande gebracht.
    Ich wünsche dir alles Gute (Fotostudio und TÜV)
    Udo

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  4. Hahaha… Oli… sehr gut… ich als viel zu penibler Dekorationsirgendwomussdochnochnefototapetefürdenhintergrundsein Verwender bin mal wieder erstaunt, was doch nur mit Improvisation zu machen ist. Ich mag das Bild – und ich mag Hunde… aber der ist absolut was völlig aus der Art geschlagenes… wie sein Herrchen… Ich weiß, ich kam die letzte Zeit ein wenig zu wenig… aber es gibt auch Zeiten da geht etwas Anderes eben vor… Trotz allem: Dir alles nur erdenklich Gute für das Neue Jahr… und natürlich dem Franzosen ein langes Leben. Prost!

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