Der Franzose und ich. Der Ort in dem wir leben (Teil 4. Shoppingmeile)

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In Teil 3 habe ich erzählt, dass die Stadtväter um Frenchytown eine Umgehungsstrasse gebaut haben, damit der Verkehr draussen bleibt. Dies hat auch funktioniert – der Plan ging auf…

Allerdings hatte dies auch Folgen: die Geschäfte in Frenchytown blieben leer. All die Fahrzeuge, welche früher durch Frenchytown fuhren, kauften dort nämlich oft ein. Es gab einmal viele Geschäfte in dem kleinen Ort. Die Betonung liegt auf „gab“.

Tja, guter Rat war teuer für die Stadtväter. Und so wurde eine Marketinggesellschaft gegründet, welche die Aufgabe hatte, den Verkehr wieder rein zu holen – nach Frenchytown. Brillantes Highlight dieser Marketingaktion ist ein Schild. Ein einfaches Schild. „KOMM HEREIN“ steht drauf. Jenes besagte Schild steht am Beginn der Umgehungsstraße.

GR018165Allerdings lesen die Autofahrer dies nicht und so schließt inzwischen ein Geschäft nach dem anderen. Allerdings eröffnen stattdessen Versicherungsagenturen in der kleinen Gemeinde. Inzwischen tummeln sich in der, relativ kurzen, Hauptstraße sage und schreibe SIEBEN Niederlassungen von Versicherungen und Banken.

Also… wenn man in Frenchytown sagt: „Wir gehen heute shoppen!“, …. dann kommt man meist mit einer Haftpflichtversicherung oder einer Krankenzusatzversicherung nach hause.

GR018158Wieder mal augenzwinkernd,

Übrigens… in Frenchytown herrscht wieder reger Verkehr. Paketdienste bevölkern nun die Straßen und beliefern die Haushalte von Frenchytown mit allem nötigen und unnötigen Zeugs.

Oliver 2.0, 27. Februar 2015

Hier geht es zu Teil 1Teil 2 und Teil 3.

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

17 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Brüller!! Realsatire. Im Grunde lustig… Immerhin, ich für meinen Teil hab ein super Verhältnis zu meinem Post und Paketdiensten und Zustellern… Wobei, wir haben diesen kleinen Supermarkt im Nachbarort, den nutze ich zur Therapie, wenn ich, angesichts der übervollen Regale der großen Supermärkte die Reduktion auf das Nötigste brauche. Es gibt alles, aber eben nur ein mal, nicht dreißig Marken das Selbe… Ein Hoch auf die Nahversorgung.

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  2. Ich könnte mir vorstellen, dass sich in den leeren Geschäftslokalen von Frenchytown mittlerweile auch die üblichen Läden angesiedelt haben, die einen Niedergang so begleiten: Shisha Laden, Tinten-Shop, 1€ Laden, Billig Handy Laden & Internet Café, Spielothek, Dekoartikel, Blumen, Second Hand, private Postfiliale, Gold-Ankauf, Perserteppich Laden, …
    Von Monat zu Monat gibt es kleinere Wechsel. Irgendwo steht wieder ein Laden leer oder ein Laden wandert weiter zum nächsten Lokal, wo die Miete nach wochenlangem Leerstand weiter gefallen ist.
    Und ohne berittene Paketboten in gelb-blau, schwarz-rot, braun, grau und sonstwas geht gar nichts mehr.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass ihr zwei, der Franzose und du, ein gutes Auskommen als Wegelagerer bestreiten könntet, in dem ihr die Paketboten überfallt auf ihrem Weg durch die finsteren Wälder des Voralpenlandes. Vielleicht führt ihr Weg ja gar nicht so weit an eurer Blockhütte vorbei. Zutrauen würde ich euch das schon. Wenn man euch beide auf dem Bild im Kopf des Blogs sieht, traut man euch eigentlich alles zu, so verwegen seht ihr aus.

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  3. Hmmm, traurig, ich kenne das auch. Das mit den Läden, und das mit dem Paketdienst. Und wenn sich dann neben den Versicherungsagenturen doch mal ein völlig unverkettetes Etablissement ansiedelt, und sich – sagen wir mal – Löffelbar – nennt, dann sollten wir da eigentlich hingehen, statt zum McDoof an der Autobahn, und das Geschäft ankurbeln. Und nicht daheim den Wein trinken, sondern in der kleinen Bar, die prima Caipis macht. Man vergisst manchmal, wie nett das ist, einen funktionierenden Ortskern zu haben…

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