Was für’s Herz… Duschgel.

Hört sich banal an. Wie kann Duschgel gut für das Herz sein? Nein, man sollte es nicht schlucken. Duschgel ist gut für mein Herz – ein bestimmtes Duschgel. Dies wurde mir erst heute abend bewußt. Und das kam so…

Ich war, wie fast jeden Tag beim Radfahren. Ohne Helm. Ich mag Helme einfach nicht. Nur beim Motorradfahren trage ich einen. Und der wurde vom Skiverband freigegeben.

Ich gehe auch in die Bäckerei immer ohne Helm. Aber darum geht es nun gar nicht.

Ich war also Radfahren. Danach freute ich mich auf eine schöne Dusche. Zuhause angekommen, warf ich die Klamotten von mir und drehte die Dusche an. Der Duschhebel muss gerade nach unten zeigen – dann passt die Temperatur. Ich legte noch ein Handtuch bereit und stieg dann in den warmen Regen.

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Das Wasser prasselte auf meine Haut und ich genoß die Wärme. Blind griff ich zum Duschgel. Die Flasche war neu, der Schwere nach zu urteilen. Manchmal kauft mein Sohn selbst ein Duschgel. Er macht viel Sport und hat einen enormen Verbrauch. Wahrscheinich war es seines.

Blind drücke ich die Flasche in meine rechte Hand während mir das warme Nass über mein Gesicht läuft.

Dann verteile ich das Duschgel in den Händen und danach auf meinem Körper. Besser gesagt, erst auf meinem Kopf, dann auf den Armen und anschliessend auf Brust und… Ich möchte jetzt gar nicht ins Detail gehen.

Auf jeden Fall höre ich plötzlich jemanden rufen: „Gelati! Eiskrem! Ice-Cream! Gelati!“

Hä? Ich schieb den Duschvorhang beiseite… Nichts. Ein Eisverkäufer bei uns in der Strasse? Ich klettere vorsichtig aus der Dusche um nicht auszurutschen. Damit beschäftigt, das Badezimmer so wenig wie möglich nass zu machen, tapse ich ans Fenster – nichts.

Kopfschüttelnd und nass begebe ich mich wieder unter meinen Duschstrahl und seife mich weiter ein.

„Gelati Bambini – Gelati, La Bomba!“

Ich kenne sogar die Stimme. Aber woher? Unheimlich irgendwie. Verdutzt und irritiert seife ich weiter meinen Kopf ein (es ist wirklich der Kopf, Haare sind da nicht mehr viel).

Der Eisverkäufer! Der Eisverkäufer aus Ricchione – der kleine dicke schwarzgebrannte Eisverkäufer. Ja das ist er! Aber…. Es ist der Geruch in der Dusche. Es riecht nach Urlaub, nach Italien, Adria und dem dicken Eisverkäufer!

Ich reiß die Augen auf… Kokos-Duschgel! Mein Gott, das ist es. Der Geruch von Kokosöl. Literweise habe ich mich damals als junger Mensch an der Adria damit eingeölt. Wie die vielen anderen auch auf dem Teutonengrill.. Das Duschgel ruft Erinnerungen wach. Unglaubliche Erinnerungen. Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit, als ich noch mit dem Motorrad an die Adria fuhr. Erinnerung an eine Zeit als es noch einen richtigen Zoll gab – mit Zöllnern die den Ausweis von einem sehen wollten. Vor dem Urlaub tauschte ich meine Deutsche Mark gegen italienische Lire ein. Tausende hatte ich dann stolz in meiner Tasche. Ich tankte wie alle Urlauber mein Fahrzeug zuerst in Deutschland voll, weil die Benzinpreise in Österreich so teuer waren.

Am Strand an der Adria angekommen schmierte ich mich dann mit Sonnenöl ein und genoss den Kokosgeruch, das Rauschen des Meeres und die Schreie des Eisverkäufers. Italien war schön. Deutschland übrigens auch.

Ich denke gerne daran zurück. Alles war irgendwie einfacher strukturiert. Man hatte zwar weniger Geld in der Tasche als heute und war doch glücklich.

Ich hätte jetzt Lust auf ein „La Bomba!“ Eine weiße Eiskugel am Stil mit Zitronengeschmack. Ob es das noch gibt? Den Eisverkäufer sicher nicht mehr. Der war damals schon alt. Er ist bestimmt längst gestorben. Wie so vieles aus dieser Zeit von damals.

Ich drehe die Dusche ab.

Morgen soll es nochmals warm und sonnig werden. Gleich morgen früh werde ich mir eine Flasche Kokos-Sonnenöl kaufen. Dann besorg ich mir ein leckeres Eis und werde mich frisch eingeölt genüsslich in den Garten legen. Aus meinen Lautsprecherboxen schallt dann Adriano Celentano: „Azzurro!…Lalalalala…!“

In diesem Sinne,

Euer Oliver 2.0

Chronologie eines Herzinfarkt. Teil 12.

4 Uhr genau. Ich liege wieder mal wach und das Gehirn beginnt seine Frühschicht. Zur gleichen Zeit wurde ich damals auf der Intensiv wach, als der OP-Termin meines Zimmernachbarn anstand. Heute ist es meine kleine Nachttischlampe, welche mein Schlafzimmer ein bischen erhellt. Vor einem guten Jahr waren es grelle Neonröhren, welche eine irgendwie komische Stimmung beleuchteten.

1. August 2011, 4:00 Uhr.

Grelles Licht zwängt sich in den schmalen Spalt meiner Augenlider. Hektische Geräusche drängen in meine Ohren und versuchen von dort, mich wachzumachen. Nur langsam öffne ich meine Augen, blinzle. Es ist heller wie sonst und das Zimmer hat eine andere Aura bekommen. Der Vorhang zwischen Karl und mir ist wieder zugezogen, der Raum dadurch wieder in zwei Hälften getrennt.

Gekürzt…

Am 21. März 2016 erscheint mein Buch NEUSTART (KLICK)!

Chronologie eines Herzinfarkt. Teil 11

Galgenhumor übt oder besitzt, wer in einer für ihn nachteiligen, bedrohlichen oder ausweglosen Situation ein komisches Element findet und seine Lage oder sich selbst belacht oder verspottet, indem er beispielsweise sein Unglück auf humorige oder ironische Weise in einen Vorteil umdeutet. Wörtlich meint Galgenhumor die Witzeleien eines Verurteilten auf dem Weg zum Galgen. (Quelle: Wikipedia)

Gekürzt…

Am 21. März 2016 erscheint mein Buch NEUSTART (KLICK)!

 

Was für’s Herz… Me Gusta!

Rage Comics, Meme, Fuuu, Me Gusta…. die neue Art von Internetcomics hat viele Namen, und viele Künstler. Denn im Prinzip kann jeder ein solches Comic mit 4 oder 6 Bildchen erstellen. Wichtig sind nur die immer wiederkehrenden Charaktere, welche immer mit Alltagssituationen kämpfen.

Hier ein paar Beispiele, deren Künstler irgendwie nirgends vermerkt sind. Deshalb auch keine Quellenangabe. Einzig der „Me Gusta“ Charakter stammt anscheinend aus der Hand von Matt Oswald.

Falls jemand mehr darüber weiss, gerne im Kommentar.

Ich finde sie klasse, mir gefällts, me gusta!

Oliver 2.0

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