Der Franzose und ich. „Voll Fett!“

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Normalerweise veröffentliche ich in der Reihe „Der Franzose und ich“ immer fantastische Erzählungen um mein Leben mit einer Bulldogge. Das ist heute nicht anders – mit einer Ausnahme: diese Geschichte ist von vorn bis hinten – wahr! Und sie passierte gestern…

Regenwetter… den ganzen Tag. Der komplette 1. Mai fiel in Frenchytown ins Wasser. Spike war höchst gelangweilt – ich auch.

Gegen Abend bekam ich dann Lust auf ein Eis. Eisdiele wäre schon toll, aber knapp 6 Euro für einen Bananensplit oder Eiskaffee? Nein Danke!

Ich also den Hund geschnappt und ab mit dem Auto ins nächste Fastfoodrestaurant, weil es dort ein kleines Eis gibt. Wie mir schnell bewußt wurde, kamen noch ganz viele andere Leute auf die Idee. Allerdings hatten die keine Bulldogge im Schlepptau, sondern ihre Kinder. Dafür gleich jeweils mehrere.

Spike und ich reihten uns in die Schlange an der Kasse ein. „Ach wie süß!“, „Mama schau!“, „Ihhh, wie sieht denn der aus?“ sind so die üblichen Bemerkungen, die wir dann immer hören. An der Kasse vorn standen drei Kinder, ca. 10 Jahre alt. Sie bestellten sich bei der Kassiererin am Tresen jede Menge Hamburger, Pommes und Cola. Die Kassiererin war eine recht junge Dame, die ihrem Aussehen nach, ihr Hobby zum Beruf machte und gleich in dem Restaurant anfing zu arbeiten, kaum war sie der Happytüte entstiegen.

Nach den Kindern, direkt vor mir, war noch eine Familie an der Reihe. Ebenfalls mit drei Kindern. Wieder schob sie einen Berg Hamburger, Pommes und Cola in unsere Richtung. „Ketchup oder Majo?“ „Ja!“ „Ja was?“ „Wie was?“ „Ketchup oder Majo?“ „Na sag ich doch, Ketchup und Majo!“ „Achso!“ Die Mutter war sichtlich genervt und damit beschäftigt ihre kleinen hungrigen Mäuler im Zaum zu halten.

Spike schaute mich mit großen Augen an. „Betrifft nicht Dich!“ Beruhige ich ihn, „wir sind gleich dran.“

Tja, dann war es auch so weit. Nach dem eintrainierten Willkommensgruß des beleibten Teenagers bestellte ich meinen kleinen Eisbecher.

„Darf es sonst noch was sein?“

„Nein!“

„Gut, dann macht das…“

„Halt!“

„Ja?“

„Ich vergaß einen Hamburger. Der Hund hat ja auch Hunger…“

Mit gerunzelter Stirn blickt die junge Frau über die Theke: „Der ist ja süß! Der Hamburger ist für den Hund? Sind Sie sich da sicher?“

Jetzt runzle ich die Stirn zurück: „Natürlich. Wieso denn nicht?“

„Naja… der Hamburger ist doch nicht gesund und voll fett …“

Mir fallen die Falten von meiner Stirn, rutschen über mein Gesicht hinab und ziehen im freien Fall meine Gesichtszüge mit nach unten. Bevor mir aber das ganze Gesicht entgleist entgegne ich (inzwischen sichtlich amüsiert ob der Situationskomik): „Äh, und was haben Sie soeben den Kindern verkauft?“

Unglaublich aber wahr!

Euer Oliver 2.0

Der Franzose und ich. Foto

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

25 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Dann wissen die bei Big mac doch genau was sie den Kindern verkaufen. Aber Hauptsache dem Franzosen hat’s geschmeckt. Du hast das ja wieder so gut geschrieben, du wirst noch mein lieblingsblogger GRÜSS mir den lieben Spike

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  2. Kann mir sehr gut vorstellen, dass es nicht nur die Menschen gibt, die ihre Hunde ähnlich wie sich selbst sehr ungesund ernähren, sondern auch solche, die ihre Hunde besser und gesünder ernähren als sich selbst.
    Und ehrlich gesagt, wenn ich sehe, wie andere sich und ihre Kinder ernähren, ist mir das in der Regel auch egal. Würde ich aber sehen, dass sie ihrem Hund Dinge geben, die ein Hund nicht haben sollte, tendierte ich schon zur Einmischung.

    Gefällt 1 Person

    • Danke für Dein Feedback. Finde ich auch eine gute Sichtweise. Was den Hamburger betrifft, kann ich Dich aber beruhigen. So etwas bekommt er alle 2 Monate mal. Aber mal ganz ehrlich – Hundenahrung ist eh diskutabel. Was in all den Leckelis und Dosen drin ist, weiß auch nur der Hersteller.
      Es ist schwierig, seinen Hund richtig zu ernähren, wenn man nicht selbst das Essen kochen kann oder zubereiten.
      Wie gesagt – Hamburger ist die Ausnahme. 🙂
      Einen schönen Abend,
      Oliver 2.0

      Gefällt 1 Person

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