Wasser.

Er liegt einfach so da… schwebend und alle Viere von sich gestreckt. In seinen Ohren gurgelt das Wasser. Ab und zu, immer wenn die Wellen seinen Kopf nach oben tragen, dringt von der Ferne Musik in seine Ohren und lässt ihn noch weiter abtreiben. Sphärenklänge – so nennt man das wohl. In welcher Sphäre er sich befindet? Er weiß es nicht… jeglicher Gedanke an Hier und Jetzt und Wo scheint erloschen.

Das weiche Wasser umspült seinen Körper und zaubert jedesmal einen angenehmen Schauer auf seine Haut.
Längst schon treibt er weit draussen im Ozean wie ein Stück Holz oder wie zum Beispiel der Sarg bei „Moby Dick“.
Ismael, der Matrose, klammerte sich in der Erzählung von Herman Melville an eben diesem Sarg fest und überlebte.
Er aber braucht kein Holz zum Überleben. Er ist es selbst der dahintreibt… losgelöst, weit weg von Land und Jetzt. Während die Wellen ihn tragen, zieht der Sog jegliche Zeit hinab in die Tiefe. Möge sie dort unten verrotten und ein neues Riff für Korallen und Schwämme bilden. Jahrtausende sollen diese alt werden, während er ganz dort oben vorübertreibt.
Vielleicht trifft er auf den weißen Wal… und vielleicht winkt Ahab, der Kapitän ihm, wie einem Freund auf offener See zu.
Der eine weiß, geschunden von der Gier der Menschen. Der andere vom eigenen Hass zerfressen. Und er… einem Fötus gleich, beschützt in seinem Element. Wasser.

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

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