Gedanken zum Jahreswechsel.

Es ist genau 2:50 Uhr. Bin schon wieder mal ziemlich ausgeschlafen. Heute liegt es wohl an meinem schlechten Gewissen… Ich wollte schon längst den nächsten Teil der Chronologie eines Herzinfarkt schreiben, aber es fehlt mir die richtige Stimmung dazu.
Diese „Zwischen-den-Jahren-Stimmung“ ist dazu sichtlich nicht geeignet.
So kurz vor dem Jahreswechsel ist man mit so vielen anderen Dingen beschäftigt…

Zum Beispiel zahle ich noch meine alten offenen Rechnungen, die momentan irgendwie zuhauf eintrudeln. In diesem Jahr haben sie die Zahl der erhaltenen Weihnachtspostkarten um Längen überschritten. Da fällt natürlich auch das Geschenk an die Briefträgerin kleiner aus, bei all den Rechnungen. Klar kann sie nichts dafür. Aber auf der einen Seite, schütze ich sie somit auch vor dem Finanzamt.
Apropos Finanzamt – da ändert sich ja auch wieder einiges. Das erzählen sie einem ooüberhaupt immer um diese Jahreszeit in den Medien: „Was sich im neuen Jahr ändert.“ Schmarrn… nichts ändert sich, zumindest nicht zum Positiven. Würde sich jeder an seine guten Vorsätze halten, die er eine Sekunde vor der Raketenknallerei noch beschwört, wäre die Welt nach 0 Uhr eine andere. Pustekuchen. Um 0:01 Uhr ist alles vergessen.
Das Leben geht so weiter wie es kurz vor Weihnachten war. Die Vorsätze verschwinden wie die Spendenaktionen auf dem Dachboden. Da liegen sie dann bis zum nächsten Jahreswechsel.

Die Spendenaktionen treiben meines Erachtens ja auch eine besondere Stilblüte: Ist das bei Euren Radiosendern auch so, dass man dort spenden kann und sich im Gegenzug gute Musik wünschen darf?
Nein, nicht -.99 Cent wie bei iTunes. Man spendet schon einen ordentlichen Betrag. Was ja im Prinzip auch klasse ist, sofern die Gelder auch an ihrem Bestimmungsort ankommen. Aber mir fällt auf, dass sich die Leute meist den gleichen Mist wünschen, der eh von morgens bis abends im Radio rauf und runtergenudelt wird. Naja, dann können sich die Sender auch wieder im neuen Jahr selbst beweihräuchern… die besten Sender mit der tollsten Musik, blablabla.

Apropos Radio – bei den Zwangsgebühren GEZ ändert sich ja auch was. Diese werden jetzt zwanglos. Im Prinzip. Man muss nicht mehr heimlich TV glotzen. Es reicht schon, nicht mehr Fernseh zu schauen, um GEZ zahlen zu müssen. Man muss nur einen Haushalt haben, dann darf man schon zahlen. Das schadet den Fernsehverweigerern, kommt aber uns Fernseher zu gute. Naja, die Gelder werden bestimmt in bessere Sendungen verwendet.
Wobei… ich habe kurz vor dem Jahreswechsel meinen Frieden mit den Medien geschlossen. (Da fällt mir ein – ich muss noch meine Tageszeitung kündigen).
Ja. Ich habe sogar die Helene Fischer Show geschaut. Heisst die so? Die Helene?
Ich sah wie sie unter der Hallendecke an Seilen hing. Erst dachte ich – Aha, ein Jahresrückblick. Aber dann hat sie doch gesungen. Sie hatte eine unwahrscheinlich eng anliegende Hose an, die erst weit oberhalb des Bauchnabels aufhörte. Wahrscheinlich hing sie zu lang in den Seilen und rutschte deshalb so tief in die Hose. Auf jeden Fall – singen kann sie. Sogar gemeinsam mit Albano Power. Weiß eigentlich jemand was mit Romina ist? Auf jeden Fall tat das „Sempre, Sempre“ gut. Erinnerte es doch an eine unbeschwerte Zeit. An die Zeit, als wir uns alle noch an der Adria bräunten. Der Geruch von Kokosöl. Mmmmhhhh.
Da war Italien noch klasse. Wenn man nun diese Tage über die Alpen blickt, kann man nur heulen, was da ein paar alte Männer abziehen.

Apropos abziehen… es gibt neues aus der Bäckerei! Ja genau, aus der Bäckerei:

In der Vorweihnachtszeit hatte diese kundenorientierte Bäckerei – richtig – kundenorientiert. Die sind so darauf orientiert, die Kunden blöd anzumachen, dass sie vergessen, ordentlich zu backen. Kundenorientiert eben.
Also, die hatten in der Vorweihnachtszeit eine Gutscheinaktion. Eigentlich machen wir um diesen Laden inzwischen einen Bogen. Aber 2 Euro für Kaffee mit Butterbrezel – das kann man sich ja mal gönnen. Da ich eh noch neuen Stoff zum Schreiben benötigte, ging ich mit meiner Frau dorthin. Und dann geschah folgendes:

Wir zeigten unseren Gutschein und orderten eben zwei Kaffee, jeweils mit Butterbrezel. Dann ich:
„Für mich aber nur eine Brezel, ohne Butter bitte?“
Die Augen der Bäckereifachverkäuferin öffneten sich bedrohlich über das Maß ihrer Brille hinaus:
„Das geht nicht. Auf dem Gutschein steht doch Butterbrezel.“
Ich: „Ich weiß, aber ich esse keine Butter.“
Sie: „Das ist egal. Aber ich darf nur eine Butterbrezel ausgeben. Befehl vom Chef.“
Ich: „Ich darf keine Butter essen. Geben sie mir dann bitte ein Messer, damit ich die Butter von der Brezel runtermachen kann.“
Ihre Augen öffnen sich noch weiter. Im gleichen Maße öffnen sich meine Bypass-Arterien und pumpen Blut in mein Herz.
Meine Frau: „Sie können ihm doch die Brezel ohne Butter geben.“
Nun rastet die Bäckereifachverkäuferin vollends aus:
„Das kann ich nicht. Auf dm Gutschein steht für Zwei Euro eine Tasse Kaffee und eine Butterbrezel. Und die bekommen sie jetzt!“ Schnaubend verschwindet sie nach hinten.
Ich: „Wo gehen Sie jetzt hin?“
Sie: „Na Ihre Butterbrezeln machen.“
Ich: „Was, Sie machen jetzt die Brezeln frisch und sind nicht in der Lage, bei einer Brezel einfach den Butter wegzulassen? Weniger Arbeit, weniger Kosten? Sind sie eigentlich total bekloppt?“
Meine klopfende Halsschlagader lässt meinen sorgsam geknoteten Schal aufplatzen. Gleich verwandle ich mich in ein grünes Monster und zerleg den Laden.

Die anderen Kunden ziehen die Köpfe ein, nicken mir aber noch beschwichtigend zu.

Da kommt die Verkäuferin wieder und knallt die Teller auf die Theke: „Hier, einmal mit Butter und einmal ohne. Ist aber ne Ausnahme.“
Ich: „Ist auch ne Ausnahme, dass ich überhaupt nochmals hier war.“

Kein Witz. Genau so geschehen vorgestern, in der Filiale einer Memminger Bäckerei. Vor Bäckereien habe ich seit dem Angst.

Oh, schon 3:46 Uhr. Jetzt habe ich doch wieder lange geschrieben. Eigentlich wollte ich noch ein paar Gedanken für das neue Jahr fassen, aber mal ganz ehrlich: Das was da kommt, ist doch gar nicht neu. Das einzige wirklich neue, ist der Wandkalender. Alles andere geht einfach weiter. Und das ist manchmal auch gut so. Ein Jahr kann nicht schlecht oder gut sein. Es sind die Menschen, welche Gutes tun, oder eben Schlechtes. Die Jahre gehen, die Menschen bleiben die gleichen… meistens.

Meine Vorsätze? Nun, die halte ich ein. Ich werde mich weiter meinen sportlichen Unternehmungen widmen und natürlich diesem Blog.

Morgen ist schon Montag, Silvester. Ich hoffe, Ihr kommt alle gut ins neue Jahr. Dass dieses für Euch gesund verläuft – das wünsch ich Euch. Für alle, denen bereits ein gesundes, unbeschwertes Leben verwehrt ist, wünsche ich viel Kraft in 2013.

Wie immer augenzwinkernd,

Euer Pyrotechniker Oliver 2.0

selbstgespräche

oliver2punkt0 View All →

Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

4 Comments Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: