Chronologie eines Herzinfarkt. Teil 17

Wortlos tritt der Tod näher ans Bett des Alten.
„Was dagegen, wenn ich mir den Stuhl nehme?“ Er deutet in die andere Zimmerecke, wo ein alter Holzstuhl als Kleiderablage diente.

„Bitte!“, antwortet der Alte verdutzt aber höflich.

Der Tod greift nach dem Stuhl und zieht ihn mit einem lauten Quietschen ans Bett. Mit einem Handstreich entledigt er sich seines Mantel, den er ans Bettende wirft. Es kommt ein moderner schwarzer Anzug zum Vorschein, das dunkle Hemd darunter lässig am Kragen aufgeknöpft. Der Finstere öffnet sein Sakko und setzt sich langsam hin, während das alte Holz des Stuhles dabei ächzend knarrt. Dabei nimmt der Tod galant seinen Hut ab, welchen er vorsichtig auf seinem Schoß platziert. Langes weißes Haar fällt über die Schultern der finsteren Gestalt, welche nun aber gar nicht mehr so finster wirkt sondern eher…alt.
Erschrocken weicht der alte Witwer in seinem Bett zurück:
„Teufel, Du siehst aus wie ich!“ erkennt er nun im Licht.

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Chronologie eines Herzinfarkt. Teil 8.

28. Juli, in den Abendstunden.

Ich blickte um mich… Hektisches Treiben an Maschinen. Eine klare Diagnose: „Sie haben eine schweren Herzinfarkt!“ Kurze Zeit später ging es auf der Intensivstation weiter. Schläuche rein, Blut raus, Infusionen rein. Mund auf – Jemand sprüht mir was in den Mund. Eine gefühlte Hundertschaft war damit beschäftigt, mein Blut zu verdünnen, meinen Puls runter zu bekommen, meinen Kreislauf zu stabilisieren. Der Druck auf meinem Herz ließ langsam nach.
Ich weiß nicht mehr genau, wie lange sie um mich gekämpft haben. Aber es muss wohl lange gedauert haben. Mit den Worten „Wir haben ihn soweit im Griff“ beruhigten sie meine Frau. Um 23:00 Uhr verließ sie die Klinik.

Leider hatten sie mich nicht im Griff… Zumindest mein Herz nicht.

Gekürzt…

Am 21. März 2016 erscheint mein Buch NEUSTART (KLICK)!