Was für’s Herz… Hometrainer.

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Hometrainer, Ergometer… das sind diese modernen Folterinstrumente, die man aus der Reha oder dem Fitnessstudio kennt. Ein fest installiertes Fahrrad gewissermassen, mit einem Computer im Vorbau zum Einstellen der Wattzahl, Zeit und sonstigen Features.

Bereits vier Jahre vor meinem Herzinfarkt legte ich mir so ein Teil zu, bevor es sein Schicksal mit Millionen anderer Fitnessgeräte (und Küchenmaschinen) in Deutschland teilte – es begann zu verstauben. Ganze drei Wochen dauerte meine Euphorie an. Selbst im Fitnessstudio, wo ich ein kurzes Intermezzo gab, machte ich einen großen Bogen um das Gerät. Der Ergometer und ich… wir sollten keine Freunde sein.

Hassliebe bedarf eines Ereignis, einer unvorsehbaren Entwicklung. Das geschah bei mir in Form eines Herzinfarkt, der mich im Sommer 2011 ereilte. Hassliebe beschreibt nun meine Beziehung zu meinem Hometrainer. Bis ans Lebensende werde ich an ihn gekettet sein. Paradox, wenn man bedenkt, dass ich dieses hinauszögere, je öfters ich mein Ergometer benutze.

Aber… so ein Hometrainer ist gut für das Herz und insofern muss ich darüber berichten. Und vor allem eins: ich geb Euch nen Tipp wie man den inneren Schweinehund und den Ergometer überlistet!

Ergon = Arbeit, Metron = Maß, Maßstab. Beides sind altgriechische Wörter und beuten im Prinzip „Arbeitsmessung“. Damit kann die Leistungsfähigkeit eines Menschen gemessen werden, was natürlich besonders hilfreich während irgendwelcher Reha-Maßnahmen ist. Ein Anhaltswert für die Belastung wird dann in Watt angegeben.
In meiner Reha schaffte ich zunächst zehn Minuten bei 25 Watt und ca. 60 Umdrehungen. 60 ist immer so der Durchschnittswert, den man halten sollte, wenn man das Herz trainieren möchte.
Ein Jahr später schaffte ich dann im Belastungs-EKG 225 Watt. Eine ordentliche Steigerung, die aber hart erarbeitet werden musste.

Vielleicht ist Euer Schweinehund ja ebenso groß wie meiner und hindert Euch daran, was Gutes für Euren Körper zu tun. Ich habe einen Weg gefunden, wie ich meinen Schweinehund überliste. Der erste Schritt ist ja bekanntlich immer der schwerste. So ist das auch heute noch bei mir. Bis ich mal auf dem Hometrainer sitze dauert das immer.
Aber dann… ich stelle eine niedrige Belastung ein und als Zeitrahmen inzwischen 30 Minuten. Wenn Du jetzt erst damit beginnen willst, stellst Du nur 10 Minuten ein.
Dann höre ich seichte und leichte Musik bei moderater Lautstärke und radel los. Ganz locker aber. So ganz ohne Anstrengung fällt mir das dann echt leicht.

Ganz langsam wärmt sich der Körper auf, es schmerzt langsam nichts mehr und man findet so langsam Spass daran. Da fällt es auch nicht weiter auf wenn Ihr die Leistungsstufe etwas hochsetzt.
Jetzt bilden sich die ersten Schweisströpfchen auf der Stirn und jeh nach Konstellation werden ein bisschen Glückshormone freigesetzt. Man fühlt sich langsam echt gut.

Nun greift mein Trick! In dem Moment, wo Ihr Euch richtig gut fühlt, haut Ihr gute Musik rein, dreht die Lautstärke hoch und die Leistungsstufe. Das geht ab, sag ich Euch! Die zuvor eingestellte kurze Trainingszeit ist ebenfalls nur ein Fake. Ihr fahrt nämlich das doppelte! Es macht unglaublich Spass und danach fühlt man sich einfach nur gut. Bei mir läuft bei eingestellten 30 Minuten die Zeit rückwärts. Bin ich bei 0 angekommen, beginnt die Uhr vorwärts zu laufen. Da beginnt für mich dann das Training.

Und der innere Schweinehund? Der hängt nun schmollend in der Ecke, weil er abermals überrumpelt wurde. Und das mindestens jeden zweiten Tag, seit fast zwei Jahren.

Ich fahre immer ungefähr zwischen 45 und 80 Minuten auf diese Art und Weise. Wichtig: Wenn es mir mal nicht so gut geht, oder ich gesundheitlich etwas angeschlagen bin, trainiere ich nicht.
Schon 30 Minuten helfen, Euer Herz zu stärken.

Ich empfehle Euch noch eine Pulsuhr und ein Gespräch mit Eurem Arzt, der Euch sagen sollte, welcher Puls für Euch gut ist. Tabletten, wie Betablocker o.ä. spielen dabei nämlich eine Rolle. Da ich daran echt Spaß gefunden habe, wurde ich von einem Sportwissenschaftler durchgecheckt. Wir haben dann Sauerstoffaufnahme im Blut usw. getestet. Daraus hat sich für mich ein Trainingsplan ergeben, an den ich mich super halten kann.

Mein Hometrainer und ich… inzwischen sind wir so etwas wie Freunde. Wobei ich nun das warme Wetter herbeisehne. Denn dann geht es endlich wieder aufs richtige Fahrrad und somit raus in die Natur. Winter = Ergometer, Sommer = Fahrad.
Aber darüber schreib ich extra… demnächst hier.

Euer Oliver 2.0

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