Was für’s Herz… Abnehmen.

Um es vorwegzunehmen… ich bin weder Arzt, Ernährungsberater noch Diät-Guru. Ich will auch keine schlauen Ratschläge erteilen. Ich möchte nur meine persönliche Erfahrung weitergeben und hoffe, dass sie vielleicht dem ein oder anderen hilft. Wer gesund lebt, sich wohlfühlt in seiner Haut oder aktiv Sport treibt, kann diesen Artikel getrost ignorieren. Glückwunsch sag ich nur…alles richtig gemacht. Für die anderen, welche nicht so richtig den Anfang finden, habe ich vielleicht den ein oder anderen interessanten Gedanken.

Ich selbst hatte bis 2011 zu viele Kilos und kämpfte ständig mit dem inneren Schweinehund.
Klar könnte ich nun die Herzinfarkt-Diät empfehlen, welche ich machte:
Ein Herzinfarkt mit Herz-OP, das sind 16 kg Gewichtsverlust in nur 14 Tagen. Eigentlich ein Traum, wären da nicht die Nebenwirkungen.
So, wie also ohne Herzinfarkt abnehmen?
Seht Ihr? Schon haben wir den Fehler gemacht!… Bereits meine Überschrift führt in die Irre und ist eigentlich falsch!
Wenn es primär um das Abnehmen geht, scheitert man nämlich an jeder Diät. Der Körper ist doch gar nicht auf’s Abnehmen programmiert, sondern aufs Fressen und Bevorraten. Da muss ich mir nur mal meine Französische Bulldogge ansehen. Der will auch nur fressen und nutzt jede Gelegenheit.
Mit dem Ziel „Abnehmen“, arbeite ich also immer gegen meinen Körper.

Ich benötige ein anderes Ziel. Denn letztendlich geht es doch meistens auch nicht wirklich darum abzunehmen. Es geht um das Wohlfühlen. Ich will mich doch einfach nur gut fühlen in meiner Haut. Das kann ich am besten, wenn ich meinem Körper Gutes tue. Das muss eben mein primäres Ziel sein – dem Körper Gutes tun.
Nun, da muss ich aber erstmal lernen, was ist denn gut? Was ist schlecht? Darüber gibt es viele Bücher. Es gibt aber auch Kurse, was dies betrifft. Kurse über Ernährungsberatung finde ich zum Beispiel gut. Warum gibt es so etwas nicht bereits in der Schule? Ist es wichtiger zu wissen, wie ein Hochofen funktioniert, als zu wissen, wie mein eigener Körper arbeitet? Ich weiß, in manchen Schulen wird inzwischen näher auf das Thema eingegangen.

Meine Gedanken:

Letztendlich fängt jeder kleine Schritt mit Bewegung an. Und die ist auch der Schlüssel zum Erfolg. Bewegung. Keine große Bewegungen. Kleine Schritte am Anfang…sehr kleine. Mit dem Spaß werden es mehr und sie werden größer. Vergiss Joggen… Du bist zu schwer. Nach drei Tagen tun die Knie weh und Du tröstest Dich mit Chips auf der Couch.
Einfach Spazieren gehen. Das reicht. Viel raus an die frische Luft und die Landschaft geniessen. Hinsetzen und Pause machen… geniessen. Fahrradfahren – sehr gut. Möchtest Du nicht an der Tour de France teilnehmen, reicht ein altes Fahrrad. Bitte kein Rennrad, auf dem man dann verbissen, mit dem Kopf nach unten und hängender Rotzfahne Kilometer nach Kilometer abstrampelt. Nein, eines, auf dem man beinahe aufrecht sitzt. Das hat zwei Vorteile: 1. Es ist gut für die Körperhaltung. 2. Man sieht was von der Landschaft. Das ist wichtig. Wir wollen uns doch was Gutes tun und nicht schon wieder in einer Tretmühle um die Wette treten. Hochschauen und die Landschaft geniessen. Dort wo es besonders schön ist – Pause machen.

Für den Heißhunger nehme ich immer einen Apfel mit. Jeden Tag nen Apfel, oder mal zwei! Ne Banane noch oben drauf.
Das Fleisch mal weglassen. Abends lieber früh essen – so bis 18 Uhr. Die Erfahrung bei mir: Je mehr ich mich bewege, umso weniger unnötige Kalorien schaufle ich rein. Denn dann wäre ja die Anstrengung umsonst.
Bei allem was ich esse, bin ich darauf bedacht, dass es gut für mich ist. Schweinebraten? Nein! Lachsfilet? Ja! Gemüse? Ja klar! Schokolade? Nein! Moment… es gibt Tage, da esse ich bewußt Schokolade. Aber keine billige Tafel aus dem Supermarkt, sondern eine feine Mozartkugel zum Beispiel. Die geniess ich dann richtig. Und ich bin mir sicher, in diesem Moment ist sie gut für mich.
Szene: Kaffeekränzchen bei Verwandten. Alle greifen zur Torte. Ich nicht. Dieses Gefühl, konsequent gewesen zu sein, schmeckt besser als jede noch so leckere Torte. Glaubt es mir. Von mir aus, geht danach in die Küche und klaut ein kleines Stück davon. Wieder etwas gutes getan. 🙂
Ihr seht, der Trick ist der, mit seinem Körper zu arbeiten und nicht gegen ihn. Macht Euch schlau über Nahrungsmittel. Schaut Euch die Videos von gequälten Tieren an. Das müsst Ihr aushalten, denn schließlich bereitet Ihr die Kadaver genüsslich zu, schmückt damit Euer Teller und esst sie dann. Wenn Euch, nach Konsum dieser Videos, die Eingeweide in die Toilette hängen, geht Ihr bewusster damit um, versprochen!
Ich esse auch gerne Fleisch, aber eher selten. Dafür aber dann bewußt ein gutes und mit einer nachvollziehbaren Herkunft.
Was absolut ein NoGo ist: Wurst, Wiener, Bockwurst, Leberkäse.
Da ist überall viel zu viel Fett drin, welches man nicht mal sieht. Statt einem Paar Wiener kann ich ne vollwertige Mahlzeit mit Hühnercurry und Reis zu mir nehmen und habe lang noch nicht die Kalorien dieser Würstchen, bin aber richtig satt.
Ich hatte das Glück, in der Reha, einen alten Metzger in meiner Gruppe zu haben. Wißt Ihr was seine Aussage war? „Ich esse keine Wurst. Ich weiß ja, was da drin ist!“
Seinen Satz habe ich verinnerlicht. Ich esse ab und zu Schinken. Da sehe ich das Fett und kann es wegschneiden.

Imbissbuden sind verpönt, ebenso wie die Schnellrestaurants. Schnellrestaurant und Essen sind zwei Begriffe, welche sich grundsätzlich abstoßen – und schon sind wir beim nächsten Thema:
Ich tue meinem Körper nichts Gutes, wenn ich das Essen reinschlinge. Ich nehme mir Zeit dazu. Das bin ich meinen Geschmacksnerven und meinem Magen schuldig. Man kann was in die Mülltonne werfen, aber doch nicht in den eigenen Körper. Wenn ich mit Bedacht esse und langsam, entwickle ich nicht nur wieder einen Geschmack für das, was ich zu mir nehme… ich bin auch schneller satt. Vorausgesetzt ich kann auf meinen Körper hören.
Auch dies muss man lernen. Der Körper selbst weiß, was gut und schlecht ist. Er teilt es uns sogar mit – permanent. Wir haben nur verlernt, auf ihn zu hören. Seine Botschaft kommt halt nicht als Werbeblock während unserer Lieblingssendung daher. Seine Botschaft klebt nicht marktschreierisch auf Werbeplakaten in der Stadt. Seine Informationen sind leise, aber sie sind da. Der Mensch ignoriert diese meistens und wird nicht selten deshalb krank. Man sollte deshalb mehr auf seinen Körper hören, statt auf Werbeagenturen.

Natürlich ist man oft in Eile und benötigt was für den Hunger. Aber meine Zeit für das Essen gehört ebenso in meine Planung wie alles andere. Für die, welche immer unterwegs sind: Restaurants in großen Städten bieten inzwischen feine Mittagstische für wenig Geld an. Das ist nicht teurer als irgendein Schnellmenü aus einem Schnell-Burgerrestaurant, aber viel besser und gesünder. Die Burgerrestaurants sind inzwischen nämlich richtig teuer. Satt wird man davon eh nicht, sondern höchstens voll. Und auf den nächsten Skandal wie ihn Wallraff ans Tageslicht beförderte, muss man auch nicht warten.
An Autobahnraststätten gibt es zum Glück oft kleine Restaurants. Da gibt es auch Fisch. Nur ein paar Minuten mehr Pause einplanen… eigentlich ganz einfach.

So, das war jetzt alles nur mal kurz angerissen und vielleicht ein bisschen wirr. Für den Ein oder Anderen waren es aber hoffentlich interessante Denkanstöße.
Es sind meine Erfahrungen welche ich nach meinem Herzinfarkt machte. Davor wog ich 106 kg. Als ich nach zwei Wochen entlassen wurde, waren es 90 kg. Heute nach 3 Jahren wiege ich immer noch zwischen 90 und 92 kg, obwohl ich zusätzlich noch Muskeln aufgebaut habe. Das hätte nicht funktioniert, wenn ich das Ziel gehabt hätte, abnehmen zu wollen oder schlank zu sein. Meine Kernaussage: Habt Respekt für Euren Körper! Ich musste das auch lernen.
Das Abnehmen ist dann ein Nebeneffekt – im Mittelpunkt steht aber die Gesundheit und der Spaß. Und wer die meiste Zeit auf seinen Körper achtet, der darf auch mal sündigen in diesen Momenten wo es anders eben nicht geht.

Euer Oliver 2.0

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oliver2punkt0 View All →

Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

13 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst ist irgendwie der Schlüssel zu so vielem. Wir müssen nur verstehen, ihn irgendwann auch mal ins passende Schloss zu stecken. Da öffnen sich uns unfassbar viele Türen zu mehr und besserer Lebensqualität! 🙂
    Lg

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  2. Die Theorie ist mir klar und klingt sehr gut.

    An der Umsetzung haperts bei mir leider oft. Ich meine nicht genug Zeit zu haben. Bei Licht betrachtet stimmt das aber nicht. Denn ich vertüdel Zeit für dummes Zeug. Daher muss ich mal andere Prioritäten setzen. Ich bin da schon auf einen guten Weg. Aber der ist lang.

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  3. Kann Dir nur zustimmen… mit sich im reinen sein.. nicht immer nur gegen sich kämpfen… dann klappts auch mit der Gesundheit! 🙂
    Ich kenne Zeiten, da konnte ich nicht mal mehr wenige Schritte gehen (nach den aggressiven Medikamenten war ich wirklich lange kaputt!).. und nun machen wir jeden Sonntag unsere Tour, bis zu drei Stunden, in aller Ruhe.. macht wieder Spaß!
    —dazu jeden Tag 1.5 Std auf dem Radel—
    Nächstes Ziel ist es etwas abzunehmen… aber ohne Druck!
    LG, Petra

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