Zeit spielt für ihn keine Rolle mehr. Vielleicht ist es zwei Uhr, vielleicht auch schon später.
Langsam lässt er sich an ihrer Bettkante nieder. So wie jede Nacht sitzt er neben ihrem schlafenden Körper und betrachtet sie. Er streicht ihr durch das grau gewordene Haar ohne dass sie je Notiz davon nehmen würde.
Er beobachtet aufmerksam wie sie atmet, wie sich ihr Brustkorb dabei langsam hebt um dann wieder in sich zusammenzufallen. Im fahlen Licht des Mondes erscheint ihr Haar wie feingewebte Silberfäden, die in der Nachtluft funkeln obwohl das Licht des Vollmondes nur gedämpft durch die Vorhänge am Fenster drängt. Auch sein lockig gewelltes Haar war längst grau geworden. Er trug es seit seiner Jungend lang und so fiel es auch in dieser Nacht wellig über seine Schultern und verdeckten so die hervorstehenden Knochen, welche nur mit dünner Haut überzogen waren. Weiterlesen „Jede Nacht.“
Schlagwort: Fotografie
Die gelbe Schnecke.
Sie wohnt in einem kleinen Häuschen weit weg von der weißen Schnecke in dunklem Habitat. Es ist zwar ebenfalls alles grün… allerdings dunkelgrün. Lebt die weiße Schnecke oben im Licht, so lebt diese Schnecke eher… unten.
Nur manchmal, wenn der Wind durch das Gebüsch streicht und einem Sonnenstrahl den Weg in das dunkle Dickicht frei macht, dann kann man sie sehen – die gelbe Schnecke und ihr schönes Haus.
Oliver 2.0
Die weiße Schnecke.
Niemand weiß wie lange sie schon hier lebte. Aber sie wohnte in einem einfachen Häuschen. Das Haus war ganz in Weiß gehalten mit einer wunderschönen cremefarbenen Maserung. Es gab keine Ecken an diesem tollen Bauwerk, nur Rundungen. Ob es darinnen wohl auch so schön schlicht gehalten war? Von Leuten welche sie kannten, hörte man, dass sie ihr Haus nur selten verliess. Sie lebte wohl auch ganz alleine. Sie war von einer wunderschönen grünen Idylle umgeben und man konnte wirklich behaupten: Sie hatte das schönste Haus in der ganzen Umgebung… die weiße Schnecke.
Oliver 2.0
Was für’s Herz… Henri Cartier-Bresson in München.
Für viele Fotografen dient er als Vorbild. Der Fotograf Henri Cartier-Bresson, 1908 in der Normandie geboren, war kein Freund von Nachbearbeitung. Er komponierte seine Bilder im Sucher. Schatten und Licht, Menschen… Seine Bilder sind Zeitzeugen fremder Länder und Epochen. Momentaufnahmen, die als solche erscheinen, aber doch allesamt fein durchdacht sind. Als Hilfsmittel hierzu verwendete er grundsätzlich ein 50 mm Objektiv auf einer unscheinbaren 35 mm Kleinbildkamera.
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