Wenn ich Felix Baumgartner gewesen wäre.

Er hat es also geschafft. Felix Baumgartner sprang aus dem All auf die Erde, naja…von ziemlich weit oben. Von über 39.000 Metern sozusagen. Das käme einem Sprung von mir zuhause nach Memmingen gleich. Hm.. gar nicht so weit.

Ich bin gestern Abend mal in meinem Büro auf den Schreibtisch gestiegen. Das war dann schon wieder ziemlich hoch. Allerdings hatte ich nicht diesen fantastischen Ausblick wie Felix Baumgartner.

Aber ich hatte eben auch eine Perspektive wie sonst nie. Ich sah den Staub auf dem Buchregal und ich fand mein Ladekabel für mein Apfelfon wieder, was ich vor 2 Monaten verlegt hatte. Fantastisch.

Mit einem gezielten Sprung neben den Abfalleimer beendete ich dann meinen Ausflug in die obere Stratosphäre meines Büros.

Danach machte ich mir aber Gedanken darüber, was wäre, wenn ich Felix Baumgartner wäre. Er steckte doch Stunden vor dem Start bereits in seinem Anzug. Klar geht man da nochmals alles genau im Kopf durch – jede einzelne Sequenz der Mission muss doch sitzen. Man beschäftigt sich in dieser Phase intensiv mit dem was passieren wird und passieren könnte. Aber irgendwann wird er doch zu einem Mitarbeiter gesagt haben: „John gib mir mal die Tageszeitung!“ Oder so ähnlich. Und dann springt einen der Wahnsinn dieser Welt an. Vielleicht hat man sogar echt eine deutsche Zeitung zur Hand und man konsumiert als Felix Baumgartner diese ganzen Hirnburner-Meldungen über die EU, über die Schavan, über Türkei-Syrien, Bankenpleiten, Krankenkassengewinnen, Ökostrom-Umlage, Strompreiserhöhung, Bäckergeschichten, Fahrradhelme, Merkel,….usw…

Also wenn ich Felix Baumgartner gewesen wäre… ich hätte die Erde gegrüßt, den Mittelfinger erhoben und wäre gesprungen….

… in die andere Richtung, ins All.

Augenzwinkernd,

Euer Kosmonaut Oliver 2.0

Chronologie eines Herzinfarkt. Teil 4.

Wer kennt es nicht dieses Gefühl – irgendwas passiert gleich aber ich bin regungslos? Ich frage mich das oft wenn ich die dreieckigen Schilder mit dem schwarzen Reh darauf sehe. Oder ist es ein Hirsch? Vorsicht Wildwechsel!
Die Waldtiere queren nachts die Straße und wenn ein Auto angerast kommt, blicken sie verwirrt in die Scheinwerfer.

Verdammt, warum rennen sie nicht einfach weiter? Bleiben blöd stehen und warten bis es passiert…selbst schuld.

Vor knapp einem Jahr, 24. Juli 2011:
Es war ein Sonntag. Wie das Wetter war weiß ich nicht mehr. War auch egal, denn ich hatte plötzlich das Bedürfnis mein Büro aufzuräumen. Mein Homeoffice sozusagen.
Mein Büro folgte einer chaotischen Ordung, welche ich perfekt beherrschte. Ein Genie eben. Aber weil ich diese guten Vorsätze hatte, alles anders zu machen, alles umzukrempeln, fing ich an diesem Sonntag in meinem Kellerbüro an. Fanatisch sortierte ich Rechnungen und Auftragsbestätigungen, Versicherungspapiere, Briefe und Kontoauszüge unter den Blicken meiner Familie.
Meine Frau zweifelte an meinem Verstand, so wild wirbelte ich in meinem Keller. Wenn man als Außendienst viel unterwegs ist sammelt sich auch viel an.
Ich sortierte, shredderte und lochte was das Zeugs hielt. Der Sonntag sollte nicht reichen… Gleich am Montag machte ich weiter, der Dienstagabend war damit gefüllt und auch noch der Mittwochabend. Die Abfälle fuhr ich auf den Recyclinghof.

Am Donnerstagfrüh, den 28. Juli war mein Schreibtisch leer, meine Aufgaben in der Firma verteilt.

Gekürzt…

Am 21. März 2016 erscheint mein Buch NEUSTART (KLICK)!