Eine kurze Geschichte über Lebensmittelkonzerne, gefälschte Produkte und die Schwierigkeit gesund zu leben.

Ich habe mich aufgeregt, wie schon lange nicht mehr – Puls 200 oder so ähnlich. Ich war erfüllt vor Zorn über ein Produkt und wie es die Versuche meiner Mutter, gesund zu leben, mit einem Schlag zunichte macht. Wir Menschen neigen leider oft dazu, einen neuen Weg beim ersten Hindernis zu verlassen.

Ich machte mir Gedanken über das was passierte. Letztendlich geht es aber nicht um dieses eine Produkt sondern es geht generell um unsere Zeit, in der es sehr schwer ist, gesund zu leben.

Nach meinen beiden Herzinfarkten (KLICK) war ich gezwungen meine Ernährung umzustellen. Hört sich nicht leicht an, ist es auch nicht. Ich habe es aber geschafft nach einigen Rückschlägen. Aus Rückschlägen wurden Ratschläge im Familienkreis. So riet ich meiner Mutter, doch nicht mehr mit Zucker zu süßen, sondern mit STEVIA.

Sie befolgte meinen Rat und kaufte sich eine Dose STEVIA. „Pfui Teufel! Das Zeugs geht gar nicht. Es süßt nicht und wenn man es in den Kaffee tut, schmeckt der scheusslich!“

Ich wundere mich, denn STEVIA wird bei mir zuhause seit ca. 2 Jahren angewandt. Es ist ein hervorragendes Süßungsmittel auf rein pflanzlicher Basis. 2 Punkte musste ich lernen:

  1. Für Kaffee nicht zu gebrauchen (macht nichts, da ich Kaffee seit 4 Jahren ungesüßt trinke).
  2. STEVIA ist teuer (die Dose ca. 25.- Euro) – das macht aber auch nichts, siehe letzten Punkt.
  3. STEVIA ist unglaublich ergiebig. Quark für 4 Personen wird mit einer hauchdünnen Messerspitze gesüßt. Das reicht. Und somit reicht die Dose Jahre!

Zurück zu meiner Mutter… Ich nehme die Dose und lese in Großbuchstaben STEVIA vorne drauf. Dann lese ich das Kleingedruckte – Inhaltstoffe: Stevia (AHA!), und jetzt kommt’s…2,2 %. 2,2 %! Ich wiederhole 2,2% STEVIA ist drin. Der Rest? Künstliche Süßstoffe.

Tja liebe Mama.. Du wurdest über den Tisch gezogen, betrogen, für dumm verkauft. Wir alle werden täglich von den schwarzen Schafen der Lebensmittelindustrie für dumm verkauft. Da gibt es unzählige Beispiele. Noch eines? EVIAN. Ich trinke, nein ich trank gerne EVIAN. Nun wurde EVIAN teurer. Haben modernere Flaschen. Hm, deshalb gleich teurer? Das war es aber noch nicht… EVIAN wurde bislang in 1,5 Liter -Flaschen verkauft. Nun sind es nur noch 1,2 Liter! Fazit: Weniger Menge und gleichzeitig teurer. Wie gesagt – das Zeugs trinke ich nicht mehr. Zum Glück hat man als Verbraucher noch die Wahl.

Meine Mutter wuchs in einer Generation auf, Konzerne wurden zum Großteil von deren Gründern geführt. Das waren meistens Unternehmer mit Ideen, die mit ihrem eigenen Namen für ihr Tun und Handeln bürgten. Diese wurden inzwischen von angestellten Managern abgelöst. Menschen, die nichts anderem verpflichtet sind als dem Vorstand, Aufsichtsräten, Shareholdervalue. Das an sich ist ja nicht schlecht. Aber der Kunde und die Mitarbeiter sind oftmals nur notwendiges Beiwerk. Es geht nicht mehr um das Produkt, sondern um Erfolg, um Profit und Aktienkurse. Ich beschreibe da keine neue Erkenntnis. Das jüngste und traurigste Beispiel: VOLKSWAGEN. Selbst in Amerika war VW das Sinnbild für die leistungsfähige deutsche Industrie. Der Werbebegriff FAHRVERGNUEGEN fand sogar Einzug in den amerikanischen Sprachgebrauch. Und nun? Manager haben genau dieses besondere Merkmal, das, wofür Volkswagen bekannt wurde, in den Dreck gezogen. Und für was? Profit? Ideenlosigkeit? Ich will es nicht beurteilen, aber in wenigen Monaten haben sie das kaputt gemacht, was Generationen vorher aufgebaut haben.

Es ist bezeichnend, dass Amerika so empfindlich reagiert. Wir sind da schon abgebrühter. Erfahren wir ja schließlich auch keinen Schutz durch den Staat. Thema Transfette? Ich könnte ein Buch darüber schreiben, aber nicht hier, nicht jetzt.

Die alte Generation hat noch Vertrauen in die Industrie und wird zum Teil dafür hemmungslos ausgenutzt. Ich habe andere Informationsmöglichkeiten als ein älterer Mensch, ich habe gelernt damit umzugehen, Inhaltsstoffe zu analysieren, Werbeversprechen zu prüfen und kritisch zu sein. Meine Mutter wurde beim ersten Versuch etwas anders zu machen, im wahrsten Sinne des Wortes „bitter“ enttäuscht.

Auf meinem Blog werde ich nun künftig unter anderem über meine Erfahrung bei meinen Selbstversuchen berichten. Zum Beispiel über Wurst, die eigentlich keine ist. Oder über Brotaufstrich mal selbst gemacht. Wie ich mich beim Kaffee des Zuckers entledigte. Und natürlich nochmals über das Thema STEVIA. Also, achtet auf meinem Blog auf die Headline: OLIVER TESTET.

Es ist schon schwer genug, einen neuen Weg einzuschlagen, die Ernährung umzustellen. Das heutige Warenangebot macht es nicht einfacher.Vielleicht kann ich so, dem ein oder anderen unnötige Enttäuschungen ersparen.

Und was das Managementdenken betrifft… Profitdenken ist immer kurzfristiger Natur. Vielleicht reicht das dem ein oder anderen. Langfristigen Erfolg erlange ich nur, wenn ich mir eine Frage stelle: Wie biete ich das beste Produkt für meine Kunden. Das ist ebenfalls keine neue Erkenntnis. Natürlich muss ein Unternehmen Gewinne machen und wirtschaftlich arbeiten. Das funktioniert aber auch, wenn ich Kunde und Mitarbeiter in den Mittelpunkt stelle. Viele Unternehmen beweisen, dass dies geht.

So, Schluss, das war es jetzt aber hier mit Politisierung. Musste mir aber den Zorn von der Seele schreiben. Ist ja schliesslich „nur“ ein Herzinfarktblog. Aber… der Herzinfarkt war nicht alleine meine Schuld. Da spielte die Ernährung eine große Rolle.Und das wird sie auch künftig hier auf meinem Blog.

In diesem Sinne,

Euer Oliver

 

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

17 Comments Hinterlasse einen Kommentar

    • Der Verbraucherschutz kämpft glaube ich gegen die Lobbyisten im Bundestag an. Ich kann es mir nicht anders erklären, dass z.Bspl. in Amerika Transfette verboten worden sind und in Deutschland überlässt man dies dem „mündigen“ Bürger, ob er Transfette isst oder meidet.

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  1. Du hast recht… wir werden nur noch verarscht… Und TTIP spielt da eine noch größere Rolle. Es wird keinesfalls besser für alle… Nur für die ganz oben… für die wir eh nur im Weg sind… Schade, dass es so weit kommen musste. Verbraucherschutz . Du sagtest es bereits… besteht auch nur auf dem Papier. Was also tun? Sich richtig informieren, lesen was man da kauft und wenn möglich BIO… jaja ich weiß, auch da gibt es schwarze Schafe… trotzdem…

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  2. Oh ja, tolle Idee…ich werde aufmerksam beobachten. „Stiftung Ollie Test“ 🙂
    Stevia…auf den Sch** bin ich auch mal reingefallen…pfuii..igitt…

    Brauchen wir Wurst, die keine Wurst ist?? Nur aus Chemie besteht? Nein!! Ich hör lieber auf jezz…

    LG Claudi

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  3. Auch ich werde gespannt Deine Tests verfolgen.
    Leider sind Wachstum und Gewinnmaximierung in vielen Bereichen alleiniger Schwerpunkt geworden. Das ist nicht nur in der Lebensmittelindustrie so. Seit das Gesundheitswesen weitgehend privatisiert ist, sieht es da nicht anders aus. Das Produkt ist da dann leider der kranke Mensch.
    Ein Teil der Industrie sorgt gewinnbringend für Krankheit und gesundheitliche Schäden und ein anderer Teil macht dann damit auch noch Gewinne.
    Ich finde das alles schon länger ziemlich zum Kotzen und sehe leider in überhaupt keiner Ecke irgendeinen Ansatz von Änderung/Verbesserung. Im Gegenteil, ich finde das wird immer mehr und immer schlimmer.
    Da kann jeder Artikel der da etwas „aufklärt“ nur von Vorteil sein. Hoffentlich erreichst Du ganz viele Menschen.

    Gruß
    Sue

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Sue, danke für Dein ausführliches Feedback! Ob ich zur Aufklärung beitragen kann, bezweifle ich. Aber ich kann zumindest aus meiner Sicht erzählen, was funktioniert (schmeckt) und was nicht. 🙂
      Liebe Grüße, Oliver 2.0

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