Der Franzose und ich. Funkstille.

Schweigen. Ja, so richtiges Schweigen. Funkstille. Er redet nicht mehr mit mir. Der Franzose ist stumm und sitzt mit dem Rücken zu mir. Entweder schaut er mich gar nicht an, oder ich bekomme einen bösen Blick von ihm.Dabei wollte ich ihm nur helfen. Wollte ihm helfen ein entspannteres Leben zu führen. Chillen, Abhängen, cool sein. Ist das so falsch? Scheint so.

Er redet gar nichts mehr mit mir. Kein Wort. Vorbei die stundenlangen Vorträge über Gott und die Welt. Vorbei die Fragerei nach dem Weshalb, Warum und Wieso überhaupt. Der Franzose schweigt.

Gut, ich hätte ihm vorher erklären können, was passiert und weshalb passiert es. Ihn seelisch und moralisch darauf vorbereiten – das wäre meine Aufgabe gewesen. Aber ich war zu sehr mit mir selbst beschäftigt, mit meinen eigenen Gefühlen. Ob ich ein schlechtes Gewissen habe? Und ob! Dabei will ich immer nur sein Bestes.

Es tut mir leid. So leid, dass ich sogar Phantomschmerzen habe.

Ach egal… jetzt ist es eh passiert. Weg ist weg. Irgendwann sieht er es vielleicht ein und ist froh, diesen Stress nicht mehr zu haben.

Ja, ich leide auch. Ich leide mit ihm… Ich werd mich zu ihm setzen und ihn trösten. Vielleicht mit einem Stück Käse. Ohja, ein schönes leckeres Stück Käse!

Was sind da schon ein paar…    …Eier?

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Der Franzose und ich. Foto Kurzgeschichten selbstgespräche Uncategorized

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

23 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Schwere Entscheidung. Weiß ich. Ich lebte mit meinem Schippendaleterrier (da war wirklich alles drin, was zur Rasse Hund zählt und dann noch so verdrehte Beinchen, daher der Name) in Köln und er war nicht kastriert. Ich habe das zwei Jahre ausgehalten, ständig ausgebüxt, von der Leine losgerissen, Tage, Nächte vor der Wohnungstüre liegen und fiepen… dann habe ich ihn halt operieren lassen und in diesem Fall war es die beste Entscheidung, der Hund war so entspannt danach, manchmal schaute er läufige Hündinnen an, als ob er denken würde „da war doch mal was…“ 😎 Doch ich weiß nicht, ob ich es immer machen würde. Die einen sagen so, die anderen so. Zu mir zieht jetzt ein Welpe, Rüde, Mischung aus Aussi und weißer Schäferhündin, ich denke, wenn er nicht ist wie mein Schippendälchen, der ständig allem hinterher rannte, was auch nur die Möglichkeit der Läufigkeit… wenn er also anders ist, nicht so sehr leidet wie Trotzki damals (hatte mein Mann so genannt, hieß wirklich so!), dann lass ich es.
    Ich habe so oft große Hunde erlebt, die im Rudel echte Probleme hatten, wenn sie kastriert waren. Mein letzter Fellfreund, mein geliebter Mixi, hatte das nicht, der war klein und kastriert und da war alles gut.
    Ich werde jedenfalls auf meinen Bauch hören und es erstmal lassen. Und schauen, wie der Hund sich entwickelt.
    Warum hast Du es machen lassen? Müssen?
    Schwere Entscheidung. Ich wünsche Euch beiden jedenfalls alles Gute, das wird schon! Es sind wirklich Hunde und keine Menschen, auch wenn sie mit einem unter der Decke liegen und anschauen, als würden sie grad einen Vortrag halten 😋 Aber das Männergedenke haben sie nicht – wenn Du weißt doch, was ich meine, oder? 😜ich treffe auf meinen Hundegängen oft Männer mit großen Hunden, die sie kaum beherrschen und dann stehen die da breitbeinig vor mir und sagen „mein Hund wird nicht kastriert!“ und ich hab dann so komische Gedanken, stehen im Widerspruch zur Menschenrechtskonvention… äh… 😎 also das meine ich mit Männergedenke 😜
    Ich kann nur sagen, bei meinen zwei Rüden, mit denen ich zusammen lebte, war es die richtige Entscheidung.
    Mal schauen, was ich mit dem kleinen (immer größer werdenden) Askan so erlebe…
    Alles Liebe und knutsch mal den Franzosen unbekannterweise vom mir! Sag ihm, ich finde ihn immer noch genauso attraktiv sie früher!!
    ❤️

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    • Danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Er war agressiv gegen andere Rüden. Hatte ne Programmierung drin aus seiner Welpenzeit, die nicht zu löschen war. Haben es mit einem Chip versucht und der hat eine erhebliche Verbesserung gebracht. Statt alle paar Monate zu chippen, wurde er nun kastriert. Da er nicht zur Zucht eingesetzt wird, ist das nur fair glaube ich. Und da durch den Chip alles eh nur noch kleine Rosinen waren, war die OP auch nicht tragisch.
      Bei der OP haben wir dann auch gleich ein „Geschwür“ in der Brust entfernen lassen. War zwar nur ein Fettlipom, aber die Narbe ist ungleich größer.
      Liebe Grüße,
      Oliver 2.0

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      • Ja, ich habe es auch nie bereut bei meinen zwei Beiden. Und wenn dann alles gut ist, dann ist ja auch alles gut 😜 Wirklich brauchen tut er die Dinger ja nicht 😋 (sag ihm aber nicht, dass ich das gesagt habe… 🙀)
        Liebe Grüße aus dem Neanderthal, bald auch mit Hund

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  2. Herrlich, du hast ihm seine Männlichkeit genommen, was erwartest du?! 😉 Da kann ich verstehen, dass er beleidigt ist. 😀 Du musst ihm einfach zeigen, dass er immer noch ein ganzer Kerl ist, nur eben ohne Eier. 🙂 🙂

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  3. Als ob Männlickeit alleine darüber definiert wäre ….(da habe ich als Amazone eine klare Meinung) . . . und ich glaube, er hat vier Beine und keine zwei 😉
    Ich wünsche ihm gute Besserung und komplikationslose Heilung…. alles andere wird sich geben 🙂
    LG
    Sue

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