Ich wollte was schreiben.

Der Tod, das Leben und über alles dazwischen… darüber wollte ich schreiben. Ich fing auch schon damit an hier auf meinem Blog. Dieser Artikel sollte es werden. Vergangene Nacht. Ja, ich war wieder um ungefähr 3Uhr wachgeworden – meine kreative Zeit. Viele von den Bloggern kennen das: Man wacht auf und geht vielleicht kurz auf`sWC. Dann legt man sich wieder hin und versucht einzuschlafen. Stattdessen haben sich aber die Gedanken nebenan auf das Kopfkissen gelegt und starren einen nun an… von hinten durch die Kopfhaut. Man murmelt etwas in sich hinein: „Lasst mich schlafen jetzt. Keine Gedanken, kein Überlegen!“

Aber die Gedanken bleiben hartnäckig. Stoisch liegen sie da, ausgebreitet neben einem, dicht beim Ohr und flüstern. Unaufhörlich flüstern sie und malen Bilder oder erzählen Geschichten. Da hilft es auch nicht, sich die Ohren zuzuhalten. Es nützt nichts. Nein, es macht es nur noch schlimmer. Sie hüpfen dann, wie wildgewordene Kleinkinder auf einen drauf, zerren an der Bettdecke und brüllen einen regelrecht mitten in der Nacht an.

Hellwach und aufs Äußerste genervt richtet man sich schließlich auf und knipst das Licht an. „Ja, was ist denn? Was wollt Ihr schon wieder mitten in der Nacht verdammt nochmal?“

Die Gedanken wollen, dass man schreibt. Eine Geschichte, einen Artikel, … Gedanken eben. Am liebsten über das Leben oder über den Tod. Oder alles das dazwischen.

Vergangene Nacht habe ich mich aber dem nicht unterworfen. Ich blieb hart und habe einfach weitergeschlafen. Sollen meine Gedanken doch auf mir herumhüpfen und brüllen. Mir doch egal. Ich schreibe, wann es mir passt. Ich schreibe, wo es mir passt und ich schreibe auch was mir passt.

So wie jetzt: Abendessen ist vorbei. Hunde sind gefüttert. Alle sind satt.

Ich schreibe genau jetzt – an meinem Schreibtisch sitzend, auf der Laptoptastatur herumklopfend, während die Abendsonne Septemberwarm durch mein Dachfenster scheint.

Ich schreibe nicht über den Tod und nicht über das Leben. Ich schreibe auch nicht über all das dazwischen. Ich schreibe nur. … über das Schreiben. … oder was auch immer. Wie heißt es so schön? Ich schreibe also bin ich. Oder so ähnlich.

Oliver 2.0

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Ich bin Ausgabe 2.0 von Oliver. Komplettes Update erfolgte am 2. August 2011.

4 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Hör nicht auf zu schreiben, Oliver. Es ist immer wieder eine Freude, von dir zu lesen. Egal über was… das Leben, den Tod, alles dazwischen und natürlich über Spike.
    Liebe Grüße aus Malta
    Sunny

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  2. Ich hatte im Mai einen Stemi Infarkt und einen STENT bekommen. Hatten heute einen herrlichen Ausflug in den Bergen gehabt. Zu Hause angekommen, da hatte uns in der Küche ein verstopfter Abfluss sie Nerven strapaziert. Nach einer Stunde wieder alles hingekriegt. Meine Frau sagte sie habe dafür gebetet. Ich sagte jetzt hast du eine Gebetserhörung, aber mein fluchen hat auch geholfen. Wenigstens könnte ich mal nicht auf mein Herz denken. So schreibe ich auch mal. Gruß Karl

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  3. Ja, diese Gedanken des Nachts, die endlos herumstänkern und einen piesaken… *Seufz!* – Mindestens genauso schlimm sind innere Diskussionen. 😉 Manchmal stehe ich dann auch auf, setze mich im Wohnzimmer auf den Heimtrainer, radel‘ ein Viertelstünderl und schau mir dabei „Spacenight“ an. Das bringt die inneren Quälgeister häufig zum Schweigen. 😉

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  4. Ich habe inzwischen glücklicherweise eine für mich erfolgreiche „Strategie“ für solche Fälle. Damit kann dem jeweiligen Gedankenkarusell meist erfolgreich entkommen und einfach nur schlafen. Aber es hat lange gedauert da anzukommen.
    LG
    Sue

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