NEUSTART, das Buch. Beim Fernsehen.

NEUSTART mein Buch – alles begann hier in meinem Blog als „Chronologie eines Herzinfarkt“ – völlig anonym. Offen und ehrlich schreib ich über meine Erlebnisse. Und genau so – mit dieser schonungslosen Offenheit – wurde es in ein Buch gepackt mit meinem richtigen Namen darauf. Diese Ehrlichkeit bewegt inzwischen nicht nur meine Leser, sondern auch die Medien.  Besonders hat mich die Einladung der ERF Medien in Wetzlar gefreut, denn mein Glaube hatte bei meinem Herzinfarkt eine wichtige Rolle gespielt. Ich war bei dem Fernsehsender in der Sendung „Gottseidank“ als Gast eingeladen. Es war ein spannender Tag mit netten Menschen dort hinter den Fernsehkulissen. Die beiden Moderatoren Simone und Ingo haben mir ihrer lockeren und lustigen Art den Auftritt leicht gemacht. Trotzdem bin ich gespannt, wie ich mich geschlagen habe – selbst habe ich den Dreh noch gar nicht gesehen (LACH). Nach der Sendung wurde ich gleich noch von zwei Radiosendern des ERF interviewt. Wer sich das alles mal ansehen / anhören möchte – hier der Pressetext des Senders:

„Der Türkheimer Oliver Gaw hat vor fünf Jahren auf der Autobahn bei Tempo 160 einen Herzinfarkt erlitten. Kurz vor seinem 47. Geburtstag veränderte sich sein Leben von einem Moment auf den anderen. Darüber berichtete Gaw bundesweit im Fernsehen. Am Sonntag, 17. Juli, um 21.15 Uhr ist er zu Gast in der Sendereihe „Gott sei Dank“ von ERF Medien (Wetzlar). Was er über seine Erlebnisse berichtet, ist über den Sender Bibel TV zu sehen. Auch der Sender Anixe zeigt den Beitrag mit Gaw: am Freitag, 15. Juli um 4 Uhr morgens, am Sonntag, 17. Juli, um 22 Uhr und am Mittwoch, 20. Juli, um 6 Uhr. Der im Juni gestartete Sender TOGGO Plus strahlt den Beitrag aus am Mittwoch, 20. Juli, um 4 Uhr morgens. Zudem ist die Sendung auch in der Mediathek von ERF Medien (www.erf.de) ab 15. Juli zu sehen.

In der Klinik erfährt Gaw damals, dass es sich schon um den zweiten Herzinfarkt handelt. Den ersten hat der Außendienstmitarbeiter eines Medienunternehmens gar nicht mitbekommen. Wie er es geschafft hat, seinen Lebensstil zu ändern, sich selbst wiederzufinden und neuen Lebensmut zu gewinnen, davon erzählt Oliver Gaw in dem Interview.

Auch im Radioprogramm ERF Plus ist Gaw mit seiner Geschichte zu hören: Bereits am Montag, 11. Juli, um 16 Uhr wird er in der Sendereihe Calando erzählen, wie er nach den Herzinfarkten ein neues Leben begann. ERF Plus wird über Digitalradio DAB+, Satellit und über Kabel verbreitet. Zusätzlich sind die Sendungen auch im Internet unter www.erf.de durch wenige Klicks zu finden.“

Ingo Marx, Simone Merz, Oliver Gaw (1)

Bild von links: Die Moderatoren Ingo Marx und Simone Merz im Fernsehstudio von ERF Medien mit Oliver Gaw. Foto: Lehmann/ERF

Viel Spaß beim Schauen,

Euer Oliver 2.0

Schlechtes Wetter… gut!

Nein, es ist nicht so, dass ich Graupel- oder Schneeschauer etwas abgewinnen kann. Einen Temperatursturz wie heute muss auch nicht sein. Und doch, bin ich froh, dass das Wetter heute so ist, wie es ist. Weiterlesen „Schlechtes Wetter… gut!“

Ein Interview.

Frau A: „Herr 2.0, heute, vor genau einem Jahr, erlitten Sie einen schweren Herzinfarkt. Wie geht es Ihnen heute?“

Herr 2.0: „Mir geht es gut. Nein… mir geht es sehr gut.“

Frau A: „Auf was führen Sie das zurück?“

Herr 2.0: „Dass es mir gut geht? Das hat viele Ursachen. Sport, Ernährung und die Tatsache dass ich noch am Leben bin.“

Frau A: „Und wie ist das mit dem Stress? Haben Sie beruflich einen Gang zurückgeschaltet?“

Herr 2.0: „ich glaube, man kann in den wenigsten Berufen einen Gang zurückschalten. In meinem überhaupt nicht. Ist auch nicht nötig.

Frau A: „Nicht?“

Herr 2.0: „Das Leben bietet privat noch genügend Gestaltunsmöglichkeiten. Da muss man den Hebel ansetzen. Genau da passieren auch meist die Fehler, welche dann den Stress auslösen. Kurz gesagt – wenn es im privaten stimmt, wenn ich dort meinen Ausgleich habe, kann mir der Stress im Geschäft nichts anhaben.“

Frau A: „Sie würden aber schon auch Stress als Ursache für Ihren Herzinfarkt ansehen?“

Herr 2.0: „Das haben Sie gesagt… Nein. Stress verstärkt Symptome wie zum Beispiel Bluthochdruck. Bei mir liegt aber das Übel in zu hohem Cholesterin.“

Frau A: „Wobei über Cholesterin viel spekuliert wird.“

Herr 2.0: „Ich spekuliere nicht. Man hat mir den Brustkorb aufgesägt und mein operierender Arzt hat mir von meinen Herzkranzgefässen erzählt. Diskussionen über Cholesterin gibt es in den Medien und Büchern. In Großhadern gibt es die Diskussion nicht. Deren Meinung schließe ich mich an.“

Frau A: „Sie vertrauen Ihren Ärzten?“

Herr 2.0: „Ja. Ohne dieses Vertrauen wäre ich nicht so schnell genesen. Ohne Vertrauen wäre ich nicht so entspannt in die Op.“

Frau A: „Sie sind entspannt in die Op?“

Herr 2.0: „Genau. Ich wusste, jetzt werden alle Zähler auf Null gesetzt – ein Reset sozusagen.“

Frau A: „Lassen Sie uns über heute sprechen. Ihnen geht es gut wie Sie sagen. Verblassen nun allmählich die Erinnerungen und ist das nicht gefährlich?“

Herr 2.0: „Die Gefahr besteht nicht. Ich sehe jeden Morgen im Spiegel eine große Narbe auf meiner Brust. Jeden Morgen und jeden Abend nehme ich je zwei Tabletten zu mir. Manchmal glaube ich, den Titandraht in meiner Brust zu spüren, je nach Wetterlage. Und jedes Mal wenn ich Fahrrad fahre bin ich im Prinzip auf der Flucht vor einem neuen Herzinfarkt. Nein, da verblasst nichts. Die Erinnerung ist voll da und der Herzinfarkt gehört zu meinem Leben.
Aber, und darüber bin ich froh – der Herzinfarkt ist ja keine Krankheit. Es ist ein Ereignis in der Vergangenheit. Aber ein Wendepunkt in meinem Leben.“

Frau A: „Warum schreiben Sie einen Blog über Ihren Herzinfarkt?“

Herr 2.0: „Es gibt in Deutschland fast 1.000 Infarkte täglich. Sehr viele sterben daran. Ich möchte ein wenig Licht aus Patientensicht in die Sache bringen. Es gibt viele Informationsmöglichkeiten über die Entstehung usw. Das fatale daran, es interessiert erst, wenn es zu spät ist. Dabei ist es so einfach nur ein wenig gesund zu leben.“

Frau A: „Sie glauben, dass Sie die Menschen vorher erreichen?“

Herr 2.0: „Nein, ich befürchte nicht. Aber es sind mir auch die anderen Flatliner wichtig, welche bereits einen hatten. Viele fallen danach in eine Depression. Für viele scheint das Leben zu Ende. Vielleicht erreiche ich die ja, oder ihre Angehörigen und Freunde. Denn es fällt doch vielen schwer auch darüber zu reden. Deshalb mache ich meine Klappe auf.“

Frau A: „Da kann man Ihnen nur Glück wünschen und dass Sie weiterhin das Leben geniessen.“

Herr 2.0: „Oh nein… Ich geniesse nicht das Leben. (lacht) Das Leben ist oft viel zu hart um es auch nur annähernd geniessen zu können. Ich genieese die kleinen Momente, welche das Leben ebenfalls bietet. Das sollten Sie auch tun… Geniessen Sie die kleinen Dinge im Leben! Die gibt es umsonst und machen Spass.“

Frau A: „Gestatten Sie mir zwei Fragen zum Schluss… Wie begehn Sie diesen heutigen Jahrestag und wieso nennen Sie sich 2.0?“

Herr 2.0: „Ich gehe heute abend schön essen. 2.0 nenne ich mich, weil ich Ausgabe 2 bin. Ein Update sozusagen. Da ist noch Luft nach oben (lacht).“

Frau A: „Vielen Dank für dieses Gespräch Herr 2.0.“

Herr 2.0: „Bitte, gern geschehen.“

Dieses Interview wurde am 28. Juli 2012 nach dem Frühstück aufgezeichnet. Interviewerin war Frau A mit ihrem Gast Herr 2.0.