Jede Nacht.

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Zeit spielt für ihn keine Rolle mehr. Vielleicht ist es zwei Uhr, vielleicht auch schon später.
Langsam lässt er sich an ihrer Bettkante nieder. So wie jede Nacht sitzt er neben ihrem schlafenden Körper und betrachtet sie. Er streicht ihr durch das grau gewordene Haar ohne dass sie je Notiz davon nehmen würde.
Er beobachtet aufmerksam wie sie atmet, wie sich ihr Brustkorb dabei langsam hebt um dann wieder in sich zusammenzufallen. Im fahlen Licht des Mondes erscheint ihr Haar wie feingewebte Silberfäden, die in der Nachtluft funkeln obwohl das Licht des Vollmondes nur gedämpft durch die Vorhänge am Fenster drängt. Auch sein lockig gewelltes Haar war längst grau geworden. Er trug es seit seiner Jungend lang und so fiel es auch in dieser Nacht wellig über seine Schultern und verdeckten so die hervorstehenden Knochen, welche nur mit dünner Haut überzogen waren. Weiterlesen „Jede Nacht.“

Die weiße Schnecke.

Weiße Schnecke.

Niemand weiß wie lange sie schon hier lebte. Aber sie wohnte in einem einfachen Häuschen. Das Haus war ganz in Weiß gehalten mit einer wunderschönen cremefarbenen Maserung. Es gab keine Ecken an diesem tollen Bauwerk, nur Rundungen. Ob es darinnen wohl auch so schön schlicht gehalten war? Von Leuten welche sie kannten, hörte man, dass sie ihr Haus nur selten verliess. Sie lebte wohl auch ganz alleine. Sie war von einer wunderschönen grünen Idylle umgeben und man konnte wirklich behaupten: Sie hatte das schönste Haus in der ganzen Umgebung… die weiße Schnecke.

Oliver 2.0

Der Franzose und ich. Der Berg ruft.

Der Franzose und ich. Der Berg ruft.

Neulich weckte mich der Franzose, der eigentlich ein Langschläfer ist, bereits um 5 Uhr in der Früh. Verschlafen deutete ich ihm, wieder in sein Bett zu gehen. Mit stoischem Blick fixierte er mich aber und versuchte mich damit, wach zu hypnotisieren.
Ich blickte auf. Verwunderte stellte ich fest, dass er Wanderschuhe trug. „Oh nein“, dachte ich mir… „Nicht schon wieder!“

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Streetpipigrafie – die Bilder.

Ich weiß – es ist keine richtige Streetfotografie. Aber ich wollte mich nicht auch noch mit Persönlichkeitsrechten rumärgern. Mir reicht schon der Ärger mit dem Franzosen. Der wollte erst gar nicht raus. „Regen macht klein“, meinte er. „Aber Du bist doch klein“, erinnerte ich ihn. „Siehste“, war seine Antwort. Es half nichts – er musste mit. Schließlich benötigte ich wenigstens ein Model auf der Straße. Natürlich setzte der Franzose wieder einen drauf und erweitert die Fotokunst um die weitere Form der Streetpipigrafie. Der Himmel tat es ihm gleich.

Copyright: oliver 2.0